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moraliſcher Zuſtand hat ſich kaum wiederbefeſtigt? Die⸗ ſen Jüngling ſoll ich in dem Augenblick verlaſſen, wo ich ſchon für ihn eine ſo ruhmwürdige Zukunft erſchaute?“
„Bedenke doch, daß heute Abend Herr Baſtien hier ſein, daß er Dir vielleicht ſagen wird, Du ſolleſt Dich aus dieſem Hauſe entfernen, aus dieſem Hauſe, wo er im Ganzen Herr iſt. . . Was wirſt Du thun?“
Die Unterredung von David und dem Doctor wurde durch Frederik unterbrochen, der raſch eintrat und zu Herrn Dufour ſagte:
„Meine Mutter iſt aus ihrem Schlaf erwacht und wünſcht Sie ſogleich zu ſprechen, Herr Dufour.“
„Mein Kind,“ erwiederte der Arzt, „ich habe ein raar Worte mit Ihrer Mutter allein zu ſprechen. Wollen Sie hier bei David bleiben.“
Und ſich an ſeinen Freund wendend, ſprach Herr Dufour:
„Henri, ich kann auf Dich zählen, Du verſtehſt mich?“
„Ich verſtehe Dich.“
„Du gibſt mir Dein Wort, daß Du thuſt, was Du thun ſollſt?“
Nach einem langen Zögern, während Frederik er⸗ ſtaunt über dieſe geheimnißvollen Worte abwechſelnd den Doctor und David anſchaute, ſprach dieſer mit feſtem Tone, indem er ſeinem Freund die Hand reichte:
„Pierre, Du haſt mein Wort.“
„Gut, gut,“ ſagte der Arzt, der ſeinem Freund tief bewegt die Hand drückte; dann fügte er bei:
„Ich habe nur die Hälfte meiner Aufgabe erfüllt.“
„Was ſagſt Du, Pierre?“ rief David, als er den Arzt nach dem Zimmer von Marie gehen ſah; „was willſt Du thun?“
„Meine Pflicht,“ antwortete der Doctor.
Und er ließ David und Frederik im Studirzimmer und trat bei Madame Baſtien ein.


