Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 2. Abtheilung, Der Neid oder Frederik Bastien : 4. bis 7. Bändchen (1848) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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„Verzeih, Pierre, ich ſprach vorhin wie ein Wahn⸗ finniger. Auf eine wilde Brutalität antwortete ich mit einer mörderiſchen Gewaltthätigkeit ... Du haſt Recht. Madame Baſtien muß ſich von ihrem Gatten trennen, ſie ſoll frei ſein;“ und bei dieſem Gedanken konnte David ein Beben der Hoffnung nicht unterdrücken. „Ja, ſie ſoll frei ſein, und da ſie dann allein über die Zukunft ihres Sohnes verfügen kann.. .“

„Henri,“ ſprach der Arzt, ſeinen Freund unterbre⸗ chend, „Du wirſt begreifen, daß, damit dieſe Trennung das ſei, was ſie bei Marie ſein ſoll .. . ehrenhaft und würdig, Du Dich entfernen mußt.“

„Ich!“ rief David, niedergeſchmettert durch die Worte des Doctors, der mit feſter Stimme fortfuhr:

„Henri, ich wiederhole Dir, Du mußt Dich ent⸗ fernen.“

„Sie verlaſſen.. ſie ſterbend verlaſſen .. nie!“

„Mein Freund . . .“

„Nein! ſie würde auch nicht einwilligen!“

„Was ſagſt Du?“

„Nein, ſie würde es nicht zugeben, daß ich ginge . Ihren Sohn verlaſſen, den ich liebe, wie mein eigenes Kind, ihn in dem Augenblick verlaſſen, wo die ſchönſten Hoffnungen verwirklicht werden ſollen das wäre wahn⸗ ſinnig, ich könnte es nicht.. und dieſer theure Junge vermöchte es eben ſo wenig. Du weißt nicht, was er für mich iſt. .. Du weißt nicht, was ich für ihn bin . . . Du kennſt endlich die unauflöslichen Bande nicht, die uns, ſeine Mutter ihn und mich, einigen.“

„Ich kenne dies Alles, Henri.. ich kenne die Stärke dieſer Bande, ich weiß, daß Deine, Marie vielleicht un⸗ bekannte, Liebe eben ſo rein, als ehrfurchtsvoll iſt.“

„Und Du willſt mich entfernen?“

„Ja, weil ich auch weiß, daß Ihr, Marie und Du, Beide jung ſeid, weil Ihr in einer innigen Verkraulichkeit aller Augenblicke lebt, weil der Ausdruck der Dankbarkeit, die ſie Dir ſchuldig iſt, Dir in Deinen befangenen Augen