Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 2. Abtheilung, Der Neid oder Frederik Bastien : 4. bis 7. Bändchen (1848) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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außen durch die Hoffnung auf Rache mehr hatte, wurde nur um ſo herber, ätzender, als ſie im Grunde des Herzens dieſes langſam zernagend ſtockte. Nach der erſten Nacht, welche auf die Ankunft von David im Pachthof folgte, auf eine Nacht, die der Sohn von Madame Baſtien in einem verzweiflungsvollen Nach⸗ ſinnen hinbrachte, ging auch bei Frederik eine neue Um⸗ wandlung vor, welche die Klugheit ſeiner Mutter und den Scharffinn von David irre leiten mußte.

Beide waren erſtaunt über eine Veränderung, die ſich ſogar in dem Geſichte des Jünglings offenbarte: es war nicht mehr höhniſch, hochmüthig, zurückſtoßend, ſondern im Gegentheil wie beſchämt, traurig; ſein Blick forderte nicht mehr den Blick durch kecken Trotz heraus; ſtets düſter, niedergeſchlagen, ſchien er Aller Augen zu fliehen.

Madame Baſtien und David erwarteten einen neuen Ausbruch von Heftigkeit beim zweiten Zuſammentreffen von Frederik mit ſeinem Lehrer . . . dem war nicht ſo.

Der Jüngling zeigte ſich demüthig und fügſam; doch alles herzliche Entgegenkommen, alle liebevollen Vertrau⸗ lichkeiten von David ſcheiterten an der ſtummen Verſchloſſen⸗ heit dieſes unglücklichen Kindes ..

David verſuchte es, ihn über ſeine Studien zu be⸗ fragen, er antwortete bald genau, bald auf eine verwor⸗ rene, zurückhaltende Weiſe; bei allen Fregen, bei allen Aufforderungen aber, die nicht ſeine Arſeiten berührten, blieb er ſchweigſam, unempfindlich.

Marie ſchlug einen Spaziergang mit David vor; Fre⸗ derik nahm es an.

Während dieſes langen Ausflugs ſichte ſich der neue Lehrer, der eben ſo verſchiedenartige, els vielfache Kennt⸗ niſſe beſaß, der Aufmerkſamkeit von Frederik durch Be⸗ merkungen voll Intereſſe und Größe iber mehrere Erſchei⸗ nungen der Natur zu bemächtigen; balddienten ein Kieſelſtein, ein Felsſtück als Ausgangspunkt für die anziehendſten Be⸗ trachtungen; bald wurden die bewundrrungswürdige, gevme⸗ triſche Regelmäßigkeit eines Inſekts, ſeine Gebräuche, ſeine