Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 2. Abtheilung, Der Neid oder Frederik Bastien : 4. bis 7. Bändchen (1848) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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der unſeligen Ideen, unter deren Herrſchaft das un⸗ glückliche Kind zu ſtehen ſchien, enthalten würde.

Ueber den Tiſch geneigt und auf die Ellenbogen ge⸗ ſtützt, während David ſitzend in aufmerkſamem Still⸗ ſchweigen die Arbeiten von Frederik unterſuchte, heftete Marie einen ängſtlich forſchenden Blick auf den Lehrer und befragte ſein Geſicht, um zu errathen, ob er mit dem, was er gerade las, zufrieden ſei. (Eine Erzählung, welche Frederik über einen durch ſeine Mutter gegebenen Stoff gemacht hatte.)

Anfangs zweifelte die junge Frau an einem günſtigen Erfolg, die Züge von David blieben ernſt, nachdenkend; doch bald lächelte er ſanft, und auf dieſes Lächeln folgten mehrere lebhaft billigende Kopfbewegungen; wiederholt ſagte er mit halber Stimme:

ſer

Dann ſchien er plötzlich unzufrieden, er zerknitterte leicht mit einer ungeduldigen Hand eines von den Blättern des Manuſeriptes, ſeine Züge wurden wieder unempfind⸗ lich und er las weiter.

Im Geſichte von Marie war gleichſam ein Wieder⸗ ſchein jeder Nuance des Geſichtes von David, den ſie mit den Augen nicht verließ lächelnd, ſtolz, wenn er aue Zufriedenheit lächelte, traurig, unruhig, wenn er nicht zufrieden ſchien.

Doch die glückliche Mutter hatte ſich bald und zum erſten Mal ſeit langer Zeit auf einen Augenblick ihren Kummer vergeſſend nur noch über den Triumph von Frederik zu freuen, die Zeichen der Billigung wurden häu⸗ figer; intereſſirt, fortgeriſſen durch das, was er las, ſchien er eine ganz perſoͤnliche Befriedigung zu fühlen, und meh⸗ rere Male ſagte er mit gerührter Stimme:

Theures Kind . das iſt edel . das iſt erha⸗ ben voll Aufſchwung und Gemüth .. Uund auch das Oh! Gemüth, immer Gemüth . . .

Während David dieſe letzten Worte ſprach, erhob er die Hand an ſeine leicht befeuchteten Augen, und er las