Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 2. Abtheilung, Der Neid oder Frederik Bastien : 4. bis 7. Bändchen (1848) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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dem er einige Augenblicke geſchwiegen, mit einem ſchwer⸗ müthigen Lächeln zu Madame Baſtien:

Ich kann Ihnen hierauf nur erwiedern, Madame, daß dieſes Zimmer durch einen ſeltſamen Zufall ungemein dem gleicht, welches ich bei meinem Vater. in meiner erſten Jugend . bewohnte, hnd ſtets gedenke ich mit Vergnügen einer Vergangenheit, die mir ſo viele ſüße Er⸗ innerungen theuer machen.

David, der die Wahrheit ſprach, ſchwieg und ſchaute abermals mit einem gerührten Blick umher.

Nichts konnte minder außerordentlich erſcheinen, als die Aehnlichkeit von zwei Junggeſellenzimmern, die ſich, wenn ſie Manſarden ſind, beinahe immer gleichen; glück⸗ lich über dieſe Aehnlichkeit und die ſichtbare Rührung, welche in den Zügen des Lehrers zu leſen war, hoffte Marie auch, bei den beſeligenden Erinnerungen, welche dieſe dürftige Wohnung in ihrem neuen Gaſt erwekte, würde ſie ihm erträglicher vorkommen.

Als Madame Baſtien und David von den Manſarden herabkamen, fanden ſie das Abendbrod aufgetragen.

Ich befürchte, ſagte Marie,ich befürchte, Fre⸗ derik wird ſich heute Abend nicht zu Tiſche ſetzen; ich bitte, entſchuldigen Sie mich, ich will ihn holen.

David verbeugte ſich und Madame Baſtien lief in das Zimmer ihres Sohnes; er ging langſam und mit träu⸗ meriſcher Miene auf⸗ und ab.

Mein Kind, ſagte ſie,das Abendbrod iſt aufge⸗ tragen, willſt Du kommen?

Ich danke, meine Mutter, ich habe keinen Hunger

und werde mich ſogleich zu Bette legen.

Du leideſt nicht . 2

Nein, meine Mutter doch ich fühle mich müde und bedarf beſonders der Ruhe.

Mein Kind ich hoſſe, Du wirſt bedenken, was Deine Worte vorhin Schmerzliches für Herrn David haben müßten, fühlte er nicht ſchon die innigſte Theilnahme für