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Unglücksfälle, welche tauſendmal grauſamer als der mei⸗ nige, denn es gibt Mütter, die ihre Kinder dieſen Geißeln, die, wie Sie ſagen, ſo viele Verbrecher machen, preisge⸗ geben verlaſſend ſterben.“
„Und Sie, Madame, die Sie voll Muth und Energie ſind, Sie wachen jeden Augenblick über ihrem Sohn, der ſich der Fülle des Verſtandes und des Herzens erfreut.“
„Ja, ſo war es bei ihm . . .
„„Was in ihm Edles und Erhabenes liegt, iſt vor⸗ übergehend gelähmt . . das gebe ich zu. Doch zur Zeit der grauſamen Krankheit, von der unſer Freund ihn gerettet, haben Sie ihren Sohn auch bleich, ange⸗ griffen, ſterbend geſehen .. Cinige Wochen ſpäter aber erhob er ſich wieder mehr als je glänzend von Jugend, Kraft und Schönheit; warum ſollte vieſe zugleich moraliſche und körperliche Krankheit nicht einen eben ſo glücklichen Ausgang haben, wie die erſte? Wer ſagt Ihnen, daß Frederik, nachdem er durch einen furchtbaren Kampf ge⸗ prüft, geläutert worden, eines Tags nicht Ihre erſten Hoffnungen rechtfertigen, ſogar übertreffen wird?“
Es war ſo viel Ueberzeugung, ſo viel Hingebung in der Sprache von David . . man las in ſeinem männ⸗ lichen, ausdrucksvollen Geſicht eine ſo aufrichtige, zarte Theilnahme für Frederik, einen ſo überlegten, ſo entſchloſ⸗ ſenen Willen, dieſes Kind zu retten, vaß Madame Baſtien ihr Herz abermals unter dem Einfluß einer unbeſtimmten Hoffnung ausgedehnt fühlte.
In ihrer Dankbarkeit für die unerwartete Erleichterung bewunderte ſie auch mehr als je den Edelmuth von David und durch einen unwillkührlichen Rückblick auf das rohe Mißtrauen von Herrn Baſtien ſagte ſich die junge Frau voll Bitterkeit, daß ſie ohne die Gefühle des Mitleids, die ſie und ihr Sohn einem Fremden eingefloßt, durch den Geiz und den Unverſtand ihres Mannes jedes Thätigkeits⸗ mittels beraubt geweſen wäre, um ihren Sohn zu retten, weil ſie ihn nicht einmal hätte können reiſen laſſen, was doch die einzige Chance der Rettung war, die ihr blieb.


