Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 2. Abtheilung, Der Neid oder Frederik Bastien : 4. bis 7. Bändchen (1848) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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Uebels kennen, ſo wiſſen wir auch, daß es keine neue Fortſchritte machen kann.

Ach! mein Herr, was kann der Ausgangspunkt, der Keim dieſes gräßlichen Gedankens geweſen ſein?. Durch welche geheimnißvolle Verkettung iſt Frederik, der einſt ſo gut, ſo edel, zu dieſem gräßlichen Entſchluß gebracht worden?

Darin, Madame, liegt immer das Geheimniß und folglich die Gefahr; denn ich habe durch Ihre Erzählung von den vergangenen Ereigniſſen kein neues Licht erhal⸗ ten wir ſehen Wirkungen, deren Urſache uns entgeht; iſt uns aber einmal der Beweggrund des Haſſes von Fre⸗ derik bekannt, ſo wird das, was uns zu dieſer Stunde furchtbar und voll Finſterniß erſcheint, in unſern Augen ein ganz anderes Angeſicht annehmen . . . Dieſes Ge⸗ heimniß zu durchdringen werde ich alſo mit meinem ganzen Eifer beſorgt ſein.

Ach! Madame, fügte David bei,ich will Sie weder entmuthigen, noch Ihnen eine tolle Hoffnung geben. .. ich werde ſtudiren . . . beobachten . . verſuchen . . .

Dann als er die Niedergeſchlagenheit bemerkte, welche bei der jungen Frau auf einen unwillkührlichen Aufſchwung der Hoffnung folgte, ſprach er mit bewegter Stimme:

Auf, Madame, Muth . erwarten Sie Alles von Ihrer Liebe für Ihren Sohn und von meiner Hingebung für das Werk, das Sie mir zu unternehmen erlauben. Viele Chancen ſind für uns . das noch ſo zarte Alter von Frederik ſein früheres Leben . . . Ihre Sorg⸗ falt .. meine Wachſamkeit in jedem Augenblick .. Mein

Gott! wie ſtände es, wenn er, wie ſo viele andere Un⸗

glückliche, ohne ſchützenden Beiſtand allen Zufällen der Unwiſſenheit, der Vereinzelung, der Armuth, dieſen drei Geißen die allein ſo viele Verbrecher machen, preisgegeben wäre 6. Madame Baſtien bebte bei dieſem Gedanken und rief: Ah! Sie haben Recht, mein Herr, meine Verzweif⸗ lung, meine Thränen ſind beinahe eine Beleidigung gegen