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den Neid vergiftet“ dachte er. „In den Augen meiner Mutter bin ich ein Feiger, werde ich ſtets ein Feiger ſein, der ſich durch einen Mord rächen wollte.. In ihrem Mitleid gibt ſie ſich noch den Anſchein, als liebte ſie mich; doch ſie kann nur Abſcheu vor mir haben.“
Als Marie das düſtere Stillſchweigen ihres Sohnes, ſeine mit Schrecken vermiſchte Niedergeſchlagenheit, den Ausdruck zermalmender Verzweiflung, der ſein gezwun⸗ genes, höhniſches Lächeln erſetzte, wahrnahm, fragte ſie ſich mit wachſender Angſt, ob die Gegenwirkung dieſer grauſamen Stcene für Frederik eine unglückliche oder eine heilſame ſein würde.
In dieſem Augenb lick trat Marguerite ein und ſagt. zu ihrer Gebieterin:
„Madame, der Herr Doctor iſt ſo eben mit einem andern Herrn angekommen; fie wünſchen Sie zu ſpre⸗ chen. Hier ſind ſie . 3.
„Frederik!“ rief die junge Frau, während ſie haſtig die Thränen trocknete, die ihre Wangen überflutheten, „mein Kind es iſt Dein neuer Lehrer, Herr David . Ich flehe Dich an „
Marie konnte nicht vollenden, denn der Doctor Du⸗ four trat in Begleitung von Herrn David ein.
Dieſer verbeugte ſich tief vor Madame Baſtien und erblickte, als er ſich wieder erhob, die friſchen Spuren von Thränen auf dem Antlitz der jungen Frau; er be⸗ merkte auch die Leichenbläſſe von Frederik, der ihn mit mißtrauiſcher, düſterer Miene anſchaute.
Der neue Lehrer würde Alles errathen hahen, hätte ihn auch nicht ein flehender Blick von Madame Baſtien über die Scene erleuchtet, welche zwiſchen der Mutter und dem Sohn vorgefallen ſein mußte.
„Madame,“ ſagte Herr Dufour, der der jungen Frau zu Hülfe zu kommen wünſchte, „ich habe die Ghre, Ihnen meinen Freund Herrn Henri David vorzuſtellen.“
Madame Baſtien war ſo gelähmt von der Erſchüt⸗
Die ſieben Tovſünden. M. Abth. 1r Bd⸗ 3


