Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 2. Abtheilung, Der Neid oder Frederik Bastien : 1. bis 3. Bändchen (1847) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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Dir!! Meine letzte Hoffnung iſt alſo verſchwunden! Es bleibt mir nichts mehr, als eine gräßliche Wirklichkeit in's Auge zu faſſen! Denn da Du mich dazu zwingſt, fügte Marie, bleich, außer ſich und mit einer Anfangs ſo bebenden, ſo leiſen Stimme bei, daß man ſie kaum hörte, da Du mich dazu zwingſt, muß ich Dich an jene furcht⸗ bare Scene mahnen, die mich noch in der Erinnerung zu dieſer Stunde vor Angſt und Schrecken in Eis verwan⸗ delt. .. An jenem Abend im Walde . in jenem Walde haſt Du haſt Du tödten. feige tödten wollen. . . Oh! mein Gott! mein Sohn .. mein Sohn ein Moͤrder!

Dieſes Wort wurde mit einer ſo gräßlichen Verzweif⸗ lung ausgeſprochen, es war von einem ſolchen Ausbruch qualvollen Schluchzens begleitet, daß Frederik erbleichte und am ganzen Leib bebte.

Bei dem anklagenden, aus dem Munde einer Mutter hervorkommenden Schrei Mörder! bei dieſem furchtbaren, rächenden Worte, von dem er ſich zum erſten Mal ver⸗ folgt hörte, bekam Frederik das Bewußtſein der Größe des Verbrechens, das er hatte begehen wollen.

Es wurde plötzlich Licht in dieſem unglücklichen, ſeit langer Zeit durch die ſchwarzen, berauſchenden Dünſte der bis zu ihrer höchſten Gewalt von der Eiferſucht geſtei⸗ gerten Leidenſchaften des Neides, des Haſſes und der Rache verdunkelten Geiſt, denn durch die Lobeserhebun⸗ gen, welche Madame Baſtien dem jungen Marquis von Pont⸗Brillant geſpendet, waren dieſe Leibenſchaften haupt⸗ ſächlich bis zu einem ſolchen Grade der Erbitterung auf⸗ geſtachelt worden.

Ja, es wurde Licht in dem Geiſte dieſes Unglückli⸗ chen leider ein trauriges Licht, das ihm nur die Tiefe ſeiner unheilbaren Uebel zeigte, ein trauriges Licht, in welchem ſich der Jüngling als Mörder ſah und erkannte, als Mörder, wenn nicht durch die Vollendung, doch we⸗ nigſtens durch den Gedanken des Verbrechens.

Ich fühle es, meine Tage ſind auf immer durch