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mocht; aber die Scham über die ſchlechten Gefühle, von denen er beſeſſen war, machten ihn verſchloſſen, ſchweigſam, und die Ueberzeugung, er ſei nicht mehr würdig, wie in der Vergangenheit geliebt zu werden, hielt oft auf ſeinen Lippen den Ausdruck ſeiner kindlichen Zärtlichkeit zurück. .. Diesmal aber fortgeriſſen durch den Ton und das leiden⸗ ſchaftliche Umfangen ſeiner Mutter, traten ihm Thränen des Kummers und der Rührung in die Augen; doch der Gedanke, die junge Frau wolle zwiſchen ſie und ihn einen Fremden ſtellen, die Furcht, ergründet zu werden, die Em⸗ pörung gegen eine andere Gewalt, als die mütterliche, eine Art von Eiferſucht der Zuneigung verwandelten plötzlich Frederik wieder in Eis; ſeine Thränen vertrockneten, und er machte ſich, die Augen abwendend, ſachte von den Armen der jungen Frau los. Unbekannt mit der Urſache dieſer Kälte, glaubte Marie, es ſei eine Gleichgültigkeit bei dieſem Kind eingetreten, das ſie ſo ſehr geliebt; doch da ſie noch an dieſer Offenbarung zweifeln wollte, rief ſie zitternd, beſtürzt:
„Frederik, Du antworteſt nicht; hore, ich begreife warum. .. Du denkſt, ich übertreibe nicht wahr, wenn ich Dir ſage, ſollteſt Du Deinem neuen Lehrer einen ver⸗ letzenden Empfang bereiten, ſo werde ich glauben, Du liebeſt mich nicht mehr, mein Frederik . In der That, ich bedenke, daß Du glauben mußt, ich übertreibe, doch Du wirſt mich ſogleich verſtehen . . Die Ankunft dieſes neuen Lehrers gereicht meiner Anſicht nach Dir und mir zum Heil . . Siehſt Du „das iſt das Ende Deiner Qualen, welche, wie Du wohl weißt, auch die meinigen ſind; es iſt eine neue Zeitrechnung der Hoffnung und des Glücks, die für uns Beide beginnen ſoll . Deshalb ſage ich Dir, daß ich, wenn Du Dein Heil, das ich als das Heil von uns Beiden betrachte, durch einen verletzen⸗ den Empfang von Herrn David gefährden würdeſt, glau⸗ ben müßte, Du liebeſt mich nicht mehr, denn es heißt ſeine Mutter nicht lieben, ſie auf immer unglücklich und troſtlos machen wollen . . Du ſiehſt, mein theures


