Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 2. Abtheilung, Der Neid oder Frederik Bastien : 1. bis 3. Bändchen (1847) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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niſchen Lächeln.Im Ganzen deſto beſſer; ich will lieber gegen ihn kämpfen, als gegen einen Andern. Wir werden ſehen, wer nachgibt, er vder ich.

Madame Baſtien ſchaute ihren Sohn mehr mit Kum⸗ mer, als mit Erſtaunen an, ſie war beinahe auf ſein Aufbrauſen bei der Ankündigung des Eintreffens eines neuen Lehrers gefaßt.

Obgleich feſt überzeugt von der Langmuth von Henri David, den ſie auf alle Plackereien der ſchwierigen Auf⸗ gabe, die er zu übernehmen wünſchte, vorbereitet wußte, wollte Marie doch dieſem edlen Mann einen verletzenden Empfang erſparen, der ihn ohne Zweifel nicht erzürnen, wohl aber betrüben und vielleicht ſein Intereſſe für Fre⸗ derik abkühlen würde, und ſo wandte ſich die junge Mutter unmittelbar an die Zuneigung ihres Sohnes, an der ſie bis dahin nie hatte zweifeln konnen.

Mein liebes Kind, ſprach ſie, nachdem ſie einen Augenblick geſchwiegen hatte,ich ſage Dir nur Eines und bin ſicher, daß Du mich anhörſt . . . Im Namen meiner Zärtlichkeit und meiner Ergebenheit für Dich bitte ich Dich, Herrn David mit der ſeinem Charakter und ſeinem Verdienſt gebührenden Ehrerbietung zu empfangen . Das iſt Alles, was ich von Dir verlange; ſpäter werden die Zuneigung . das Vertrauen kommen ich be⸗ zweifte das nicht und verlaſſe mich in dieſer Hinſicht auf Dein gutes Herz und auf die Sorge von Herrn David; ſollteſt Du Dich aber heute nicht ſo gegen ihn zeigen, wie ich es wünſche, ſo würde ich glauben, Du liebeſt mich nicht mehr, mein Frederik.

Und Madame Baſtien warf ſich ihrem Sohn um den Hals und zerfloß in Thränen, denn die doch ſo einfachen Worte: ich würde glauben, Du liebeſt mich nicht mehr, drückten den ſchmerzlichſten Zweifel aus, der ihr Herz zerreißen konnte.

Der Haß, der Neid, wenn ſie auch den Charakter von Frederik erbitterten, entarteten, hatten doch keine Verände⸗ rung in ſeiner Liebe für ſeine Mutter hervorzubringen ver⸗