Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 2. Abtheilung, Der Neid oder Frederik Bastien : 1. bis 3. Bändchen (1847) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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Du weißt, meine Mutter, ich habe gegenwärtig keinen Geſchmack für die Arbeit.

Du müßteſt ein wenig bemüht ſein, Dich zuſammen⸗ zuraffen, dieſen Ueberdruß, dieſes peinliche Brüten, das Dich traurig macht und mir Kummer verurſacht, zu über⸗ winden.

Ich werde darnach trachten.

Ich glaube Dir. .. Doch mir ſcheint, wenn Du Jemand bei Dir hätteſt, der Dich in Deinen guten Ent⸗ ſchließungen ermuthigen, der Dich bei Deinen Arbeiten leiten würde, ſo wäre dies beſſer; was denkſt Du davon 2*

Du wirſt mich ermuthigen, und das genügt mir.

Ich werde Dich ermuthigen gut; doch Deine neuen Studien zu leiten wäre mir, ich wiederhole es, un⸗ möglich; ich dachte auch, fügte Madame Baſtien zögernd und ihren Sohn mit einem umuhigen Blick befragend bei,ich dachte auch, es dürfte geeignet ſein, bei Dir den Lehrer zu erſetzen, der uns verlaſſen hat.

Wie ihn erſetzen?

Ja ich beabſichtigte, Dir einen neuen Lehrer zu geben.

Es lohnt ſich nicht der Mühe, hieran zu denken, meine Mutter, denn ich will keinen Lehrer mehr haben.

Wenn dies aber nöthig wäre . . .

Es iſt nicht nöthig.

Du täuſcheſt Dich, mein Kind.

Ich täuſche mich?

Ich habe ſchon einen neuen Lehrer für Dich ge⸗ wählt. Du ſagſt das im Scherze?

Seit langer Zeit, mein armes Kind, haben wir Beide die Gewohnheit, zu ſcherzen, verloren . . und wenn ich an unſere frühere Heiterkeit denke, ſo dünkt das mir wie ein Traum . . . Doch um auf das, was ich ſo eben ſagte, zurückzukommen, Dein neuer Lehrer trifft hier

Er trifft hier ein? . 4