Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 2. Abtheilung, Der Neid oder Frederik Bastien : 1. bis 3. Bändchen (1847) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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Wir werden höchſtens vier und zwanzig Stunden in Paris bleiben, ſchreiben Sie mir; doch ich, der ich ein alter Fuchs bin, ſehe den Faden von hier aus . .. das iſt nicht ſchlecht geſpielt, aber ich 5 habe einen hoheren Trumpf; ich errathe Ihre Karten und will ſie Ihnen ſagen. Wie alle Provinzweiber, ſterben Sie vor Begierde, die Hauptſtadt zu ſehen, und Sie hätten das Mittel nicht ſchlecht gewählt, wäre ich ein ſo gutmüthiger Tropf, als Sie denken . Hätten Sie einmal Paris erreicht, ſo hieße es: Mein Sohn iſt angegriffen von der Reiſe, wir finden keinen Platz in der Diligence, ich ſelbſt bin unpäßlich, und was dergleichen alber⸗ nes Zeug iſt . worüber acht Tage, vierzehn Tage, vier Wochen hingingen, und Sie würden ſich köſtlich am Pariſer Leben ergötzen, Alles auf Koſten meiner Spar⸗ . pfennige, meiner Habſeligkeit, und dann, am Ende des Januars hieße es: Kutſcher laß laufen, wir wollen den Winter im Süden zubringen.

Wenn das nicht Tropfen ſchwitzen macht!

Ich ſage Ihnen, ſpielen Sie doch die Herzogin! die . Prinzeſſin! Ah! wahrhaftig, mein Herr Sohn bedarf der Zerſtreuung für ſeine Geſundheit? Nun! ſo mag er Fiſche mit der Angel fangen, er hat drei Teiche zu ſeiner Verfügung; er mag Kaninchen und Haſen jagen, daran fehlt es nicht im Schlage des Coudrai. Es iſt für ihn ein Bedürfniß, zu reiſen? er reiſe von der Ebene der Herbiers nach der Heide der Grand⸗Pré⸗Mühle; er nehme dieſe Leibesübung ſechsmal des Tags vor, und ich ſtehe Ihnen dafür, daß er in drei Monaten eine Reiſe ſo groß als von hier nach Hyéres gemacht haben wird.

Hören Sie, Sie erregen mein Mitleid, bei meinem Ehrenwort! Wie kann man in Ihrem Alter ſo thörichte, ſo ganz und gar ungereimte Gedanken haben und beſonders mir die Beleidigung anthun, zu glauben, ich ſei genug Gimpel, um in die Falle zu gehen.

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