Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 2. Abtheilung, Der Neid oder Frederik Bastien : 1. bis 3. Bändchen (1847) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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Nein, Madame; nur, als ich ihm antwortete, Ma⸗ dame habe die Flinte einſchließen laſſen, ſprach er:Ah es iſt gut, doch ich bitte Euch, Marguerite, meiner Mut⸗ ter nicht zu ſagen, daß ich an meine Flinte gedacht habe; ſie würde glauben, ſchwach wie ich bin, habe ich Jagdge⸗ danken, und das könnte ſie beunruhigen.

Frederik, der ſich kaum von einer grauſamen Kriſe erholte, ſtand abermals unter der Herrſchaft ſeines furcht⸗ baren Rachegedankens, einer firen Idee, die ihn ſelbſt während der Störung ſeines Geiſtes nicht verlaſſen hatte.

Marie war in dieſe peinlichen Betrachtungen ver⸗ ſunken, als man ihr einen Brief übergab, den der Land⸗ bote gebracht hatte.

Madame Baſtien erkannte die Handſchrift ihres Gatten; es war die Antwort auf den Brief, in welchem ſie ihn von ihrem Entſchluß, Frederik reiſen zu laſſen, in Kennt⸗ niß ſetzte.

Bourges d. 5. Nov. 1846.

Ich antworte Ihnen umgehend durch den Courier, wie Sie es wünſchen, und um Sie zu fragen:

1. Ob Sie toll geworden?

2. Ob Sie glauben, ich ſei gutmüthig genug, um mich alberner Weiſe zum Mitſchuldigen der einfältigſten Laune zu machen, welche je durch das Gehirn einer müßigen Frau gegangen iſt?

Ah! ah, meine Frau Gemahlin, unter dem Vor⸗ wand der Geſundheit von Frederik wollen Sie Lurusreiſen mit einer Kammerjungfer machen, nicht mehr,

nicht minder als eine vornehme Dame .. Sie wollen den Winter im Süden zubringen, nichts ſonſt? Ohne Zweifel, weil es zu kalt iſt im Pachthof? und weil Sie ſich zum Sterben dort langweilen, denke ich? Und ſo wollen Sie in der Welt herumſtreichen? Ah! wiſſen Sie, daß Sie ein wenig ſpät daran ſind, um die Närriſche, die Jugendliche, die Luſtige zu ſpielen?