Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 2. Abtheilung, Der Neid oder Frederik Bastien : 1. bis 3. Bändchen (1847) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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Ich danke Ihnen in Davids und in meinem Na⸗ men für das Vertrauen, das Sie uns bezeigen, meine liebe Madame Baſtien . . . Ueberlegen Sie ſich nun die Sache . und eröffnen Sie mir dann Ihren Entſchluß. .. Nach dem Willen von David wünſchte ich Ihnen ſeinen Brief ſo bald als möglich mitzutheilen . Darum bin ich auf die Gefahr, Sie durch einen ungewöhnlichen Be⸗ ſuch ein wenig zu beunruhigen, dieſen Abend gekommen, ſtatt bis Morgen zu warten, und

Der Doctor konnte nicht vollenden.

Ein heftiges, krampfhaftes Gelächter ertönte im Zim⸗ mer von Frederik und machte Madame Baſtien von ihrem Sitz aufſpringen.

Bleich erſchrocken. . ergriff ſie das Licht, und lief in das Zimmer ihres Sohnes, in das ſie gefolgt vom Doctor eintrat.

Das Geſicht verſtört, leichenbleich, die Lippen zuſam⸗ mengezogen von einem höhniſchen Lächeln, war das arme Kind einem Anfall von Delirium preisgegeben, der ohne Zweifel von der Gegenwirkung der Creigniſſe des Abends herrührte; auf dieſes irrſinnige Gelächter folgten zuweilen unzuſammenhängende, ſeltſame Worte, unter denen unab⸗ läßig der Ausruf wiederkehrte:

Ich habe ihn verfehlt.. doch Geduld.. Geduld..

Dieſe leider für Madame Baſtten nur zu bezeichnen⸗ den Worte bewieſen ihr, die Beharrlichkeit der Gedanken des Haſſes und der Rache von Frederik ſei ſo groß, daß ſie allein inmitten der Verwirrung ſeines Geiſtes licht blieben. Durch die beinahe providenzielle Gegenwart des Doe⸗ tor Dufour bei Madame Baſtien wurde Frederik die raſcheſte, wirkſamſte Fürſorge und Pflege zu Theil.

Die ganze Nacht und den ganzen folgenden Tag hindurch verließ der Doctor mit Ausnahme einiger Stun⸗ den, während welcher er ſich nach Pont⸗Brillant begab, den Kranken nicht, zu deſſen Häupten Madame Baſtien mit ihrer gewöhnlichen muthigen Ergebenheit wachte.