Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 2. Abtheilung, Der Neid oder Frederik Bastien : 1. bis 3. Bändchen (1847) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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gegeben hatte, ſchickte ſie ſich an zu ſprechen, doch Herr Dufour ſagte zu ihr:

Ich bitte, ein Wort; ich weiß nicht, was Ihr Ent⸗ ſchluß ſein wird, doch ehe ich ihn erfahre, glaube ich Ihnen einige Auskunft über Henri David geben zu müſſen . Sodann völlig über ihn unterrichtet, können Sie ſein An⸗ erbieten annehmen oder ausſchlagen. Sind Sie nicht meiner Meinung?

Nein, mein lieber Doctor, antwortete Madame Baſtien, als ſie einen Augenblick nachgedacht hatte,ich bin nicht Ihrer Meinung.

Wie ſo?

Entweder Eines oder das Andere entweder werde ich das Anerbieten von Herrn David annehmen, oder ich werde genöthigt ſein, es auszuſchlagen. Wenn ich es annehme, wäre es von meiner Seite gewiſſermaßen ein verletzendes Mißtrauen ſowohl gegen Sie als gegen Ihren Freund, wenn ich weiter über dieſen unterrichtet ſein wollte, als ich es bin. . . Sein Brief beweiſt mir die Schärfe ſeines Geiſtes, den Adel ſeines Herzens . In ſittlicher Hinſicht bürgen Sie mir für Ihren Freund wie für Sie ſelbſt, mein lieber Doctor, Sie, für den ich die wohlverdienteſte Hochachtung hege . .. Was könnte ich mehr wünſchen? Und dann werde ich Sie an das erinnern, was Sie mir ſo eben ſagten: welcher von den Lehrern, die ich zu wählen vermöchte, würde mir mehr Garantien bieten, als mir Herr David ſchon bietet?

Das iſt richtig . . . unter redlichen Leuten glaubt man ſich auf's Wort.

Wenn aber im Gegentheil, fuhr Madame Baſtien traurig fort,wenn ich das Anerbieten von Herrn David nicht annehmen kann oder ſoll, ſo wäre es eine Art von unzarter Neugierde von meiner Seite, Ihre vertraulichen Mittheilungen über das vergangene Leben eines Mannes hervorzurufen, der mir fremd bleiben muß, obgleich er ſich durch ſeinen edlen Vorſchlag meine ewige Dankbarkeit er⸗ worben hat.