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Reiſen einen nützlichen Zweck zu geben bemüht war, haupt⸗ ſächlich eine Zerſtreuung von dem ewigen Kummer ſuchte, den mir der Tod meines armen jungen Bruders ver⸗ urſachte ... Meine Reiſe nach dem Senegal kann übri⸗ gens, ohne der Sache, der ich hiebei zu dienen wünſche, Eintrag zu thun, vertagt werden.
„Was meine Fähigkeit als Lehrer betrifft, ſo kann ich, wie Du weißt, um von den Wiſſenſchaften zu ſprechen, alle wünſchenswerthe Sicherheiten bieten, obgleich ich nie an einer andern Erziehung gearbeitet habe, als an der meines geliebten Fernand.
„Wie habe ich mich nun in einigen Stunden der neberlegung entſchloſſen, die moraliſche Heilung von Fre⸗ derik, wenn ſie mir anvertraut würde, zu verſuchen?
„Nichts kann Jedem, der mich nicht kennt, ſeltſamer erſcheinen.
„Nichts kann für Dich, der Du mich kennſt, ein⸗ facher ſein.
„Seit dem Tode von Fernand flößen mir alle Kinder ſeines Alters eine unbeſchreibliche Theilnahme ein Geſtern bei dem Anblick von Frederik, deſſen ſeltene Schön⸗ heit mir um ſo mehr auffiel, je düſterer, ſchmerzlicher der Ausdruck ſeiner Geſichtszüge erſchien, war ich auch tief bewegt; als ich ſodann aus gewiſſen Merkmalen die grau⸗ ſamen Gefühle dieſes armen Kindes zu errathen glaubte, empfand ich ein aufrichtiges Mitleid mit ihm. Was Du mir hernach von der bewunderungswürdigen mütterlichen Ergebenheit von Madame Baſtien erzählteſt, ſteigerte mein Intereſſe auf den höchſten Grad, und als wir uns trennten, ſagte ich Dir, es ſei mir auch diesmal grauſam, mich auf ein unfruchtbares Mitleid beſchränken zu müſſen.
„Nachdem ich aber in dieſer Nacht viel über die ernſte Bedeutung des moraliſchen Zuſtandes von Frederik, über die ſtets wachſende Beſorgniß ſeiner Mutter und end⸗ lich über die Hinderniſſe nachgedacht hatte, die ſie zu be⸗ ſiegen haben würde, um die Geneſung ihres Sohnes zu erzielen, erblickte ich, glaube ich, die Mittel, zu dieſer


