Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 2. Abtheilung, Der Neid oder Frederik Bastien : 1. bis 3. Bändchen (1847) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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aufmerkſamen Oberaufſicht des Herrn Chef der Stal⸗ lungen, eines Engländers von reiferem Alter, der ganz die Haltung eines vollkommenen Gentleman hatte und, die Cigarre im Mund, den Stock in der Hand, dieſe Arbeiten⸗ mit einem ganz britiſchen Phlegma überwachte.

Zuweilen hörte man auch in einem naheliegenden Gebäude das furchtbare Bellen einer beträchtlichen Meute von Hunden; ferner, als ſie an einer Art von unterirdiſchen Gallerie vorübergingen, die nach den Küchen führte, er⸗ blickten die Beſuche acht bis zehn Köche und Küchenjungén, welche eben zwei große Fourgons voll von kupfernem Ge⸗ räth abluden, von dem man hätte glauben ſollen, es wäre für die Mundküche von Gargantua beſtimmt.

Plötzlich rief der Doctor, indem er auf eine große Thüre deutete, die ſich auf ihren Angeln gedreht hatte:

„Wie es kommen abermals Pferde!... Das iſt ein wahres Regiment. Es iſt, als wären wir in die Zeit des Marſchall von Pont⸗Brillant zurückgekehrt.“

Fünfundzwanzig Pferde von verſchiedenem Alter und Wuchs, völlig verborgen unter Kappen und Decken, mit den Farben und Wappen des Marquis, die einen geritten, die anderen an der Hand geführt, ſingen wirklich an unter den Gewölben zu defiliren. Ihre ſtaubigen Schabracken und Knieſchienen deuteten an, daß ſie einen langen Weg gemacht hatten: eine beſpannte Caleche ſchloß den Zug. Ein junger Mann von eleganter Haltung ſtieg aus und gab einem der Führer der Pferde, der ihn mit dem Hut in der Hand anhörte, einige Befehle in engliſcher Sprache.

„Mein Freund,“ fragte der Doctor einen vorüber⸗ gehenden Bedienten, „gehören dieſe Pferde auch dem Herrn Marquis?“

„Ja, es ſind die Rennpferde und die Zuchtſtuten des Herrn Marquis, der hier ein Geſtüte anlegen will.“

„Und der Herr, welcher ſo eben aus der Caleche ge⸗ ſtiegen iſt?“.

Die fieben Todſünden. U. Abth. 1r Bd⸗ 3