34
„Es iſt Herr John Newman, der Entraineur des Herrn Marquis,“ antwortete der Bediente und ging vorbei.
Madame Baſtien, ihr Sohn und der Dortor, welche keinen Begriff von einer ſo zahlreichen Dienerſchaft hatten, ſchauten mit Erſtaunen dieſe unglaubliche Menge von Ge⸗ ſinde aller Art an.
„Nun, Madame Baſtien,“ ſagte lachend Herr Du⸗ four, „wenn der junge Marquis erführe, daß Sie, wie ich und ſo viele Andere, als einzige Dienerſchaft nur eine oder zwei alte arme Mägde haben, und daß wir dennoch ziemlich gut bedient ſind, er würde uns in's Geſicht lachen.“
„Mein Gott! welcher Lurus!“ rief Marie, „ich bin ganz betrübt.. Dieſes Schloß iſt eine Welt und dann die vielen Pferde! Ich hoffe, hier wird es Dir nicht an Modellen fehlen, Frederik, Dir, der Du ſo gern Pferde zeichneſt, die Du bis jetzt nur nach dem ehrwürdigen Por⸗ trait unſeres armen, alten Ackerpferdes gemacht haſt.“
„Meiner Treue, Mutter,“ erwiederte Frederik, „ich glaubte, Niemand, den Koͤnig vielleicht ausgenommen, wäre reich genug, um eine ſo große Anzahl Bediente und Pferde zu halten. Mein Gott! wie viele Dinge, wie viele Thiere, wie viele Menſchen für den Dienſt und die Vergnügungen einer einzigen Perſon beſtimmt!“
Dieſe letzten Worte ſprach Frederik mit einem leichten Ausdruck von Ironie, was Madame Baſtien nicht bemerkte, erſtaunt und, es iſt nicht zu leugnen, ergötzt, wie ſie war, durch den Anblick eines für ſie ſo neuen Schauſpiels; ſie demerkte auch nicht, daß ſich das Geſicht ihres Sohnes wiederholt unter einem peinlichen Ausdruck zuſammenzog.
Ohne ein ſtarker Beobachter zu ſein, fühlte ſich Fre⸗ derik doch unangenehm berührt durch einen Mangel an Rückſichten, dem der Doctor und ſeine Mutter unter dieſer Menge lärmender, geſchäftiger Diener ausgeſetzt geweſen waren. Einige hatten die Beſuche im Vorübergehen mit den Ellenbogen geſtoßen, Andere hatten ihnen grober Weiſe
den Weg verſperrt; Mehrere endlich hatten, erſtaunt über
——,——


