Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 2. Abtheilung, Der Neid oder Frederik Bastien : 1. bis 3. Bändchen (1847) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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nerſtag ging ich mit Frederik bei der Heide von Breban ſpazieren.

Wo man urbar macht, nicht wahr? Ich habe das vorhin im Vorbeigehen geſehen.

Gerade an dieſem Ort macht man urbar, und Sie wiſſen, Doctor, das iſt eine harte Arbeit.

Bei Gott! Heidekraut entwurzeln, das vielleicht einen Beſtand von drei bis vierhundert Jahren hat.

Ich ging alſo mit Frederik dort ſpazieren, als wir eine arme, abgezehrte, kränkliche Frau und ein Mädchen von etwa zehn Jahren, das nicht minder ſchwächlich als ſeine Mutter, an dieſer Urbarmachung arbeiten ſahen.

Eine ſo abgezehrte Frau und ein ſo ſchwaches Kind bei einer ſolchen Arbeit? Das überſtieg ihre Kräfte.

Es iſt nur zu wahr. .. und troßz ihres Muthes ging bei vieſen armen Geſchopfen die Arbeit nur ſehr wenig von Statten; die Mutter hob mit großer Mühe die ge⸗ wichtige Haue auf, welche die gehärtete Erde kaum anzu⸗ greifen vermochte; als der Stock eines Heidekrauts, an dem ſie ohne Zweifel ſchon lange hackte, ein wenig ent⸗ blößt war, ſuchten ihn die Frau und das Mädchen, indem ſie ſich bald der Haue als eines Hebels bedienten, bald die Erde mit ihren Händen wegkratzten, um die Wurzel frei zu machen, ſuchten ſie, ſage ich, den Stock mit uner⸗ hörten Anſtrengungen auszuziehen, doch es war vergebens... Die Frau machte eine Bewegung herzzerreißender Ver⸗ zweiflung; ſie warf ſich auf die Erde, wie vom Schmerz und der Anſtrengung gelähmt, hüllte ſodann ihren Kopf in einen Fetzen von einer Schürze und fing an dumpf zu ſchluchzen, während ihre kleine Tochter vor ihr kniete und ihr weinend rief.

Ah! welch ein Jammer! welch ein Jammer!

Ich ſchaute meinen Sohn an, er hatte, wie ich, Thränen in den Augen; ich näherte mich der Frau und fragte ſie, warum ſie eine Arbeit treibe, die ſo ſehr ihre Kräfte und die ihres Sohnes überſteige; ſie antwortete mir, ihr Mann habe die Urbarmachung eines Viertels der