Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 2. Abtheilung, Der Neid oder Frederik Bastien : 1. bis 3. Bändchen (1847) Les sept péchés capitaux
Entstehung
Einzelbild herunterladen

26

Heide im Accord übernommen; er ſei vor zwei Tagen durch übermäßige Anſtrengung krank geworden, habe aber noch einen Theil ſeiner Arbeit zu machen, und wenn am Sonnabend nicht Alles beendigt ſei, ſo verliere er die Frucht ſeiner vor zwei Wochen begonnenen Arbeit, dies ſei ſeine Uebereinkunft mit dem Hauptunternehmer der Urbarmachung, welche ſehr dringend erſcheine.

Es iſt wahr, ſie ſchließen in der Gegend für drin⸗ gende Arbeit ſolche Verträge ab und find unbarmherzig bei Erfüllung der Bedingungen... Und ſo wollte die arme Frau wohl ihren Mann erſetzen.

Ja, denn es handelte ſich für dieſe Familie darum, fünf und dreißig Franken zu verlieren vder zu gewinnen, und von dieſem Geld gedachten ſie ihren jährlichen Miethzins für ihre elende Hütte zu bezahlen und ein wenig Roggen zu kaufen, um die nächſte Ernte abwarten zu können. Meine liebe Frau, ſagte Frederik zu der Unglücklichen, nachdem er einige Augenblicke nachgedacht hatte,kann in zwei Tagen ein guter Arbeiter die Urbarmachung zu Stande bringen?Ja, mein Herr, doch er müßte ſich unge⸗ heuer anſtrengen, antwortete ſie.Mutter, ſagte Frederik ſodann zu mir,man ſollte dieſen armen Leuten fünf und dreißig Franken geben, aber wir können es nicht; bewilligen Sie mir Freitag und Samſtag Urlaub, die Ur⸗ barmachung wird geſchehen, dieſe gute Frau wird nicht Gefahr laufen, krank zu werden, und kann ihren Mann pflegen und am Sonntag ihr Geld beziehen.

Braves, würdiges Kind! rief Herr Dufour.

Am Samſtag Abend um neun Uhr in der Däm⸗ merung war die Urbarmachung beendigt. Frederik hatte ſeine Aufgabe mit einem Eifer und einer Heiterkeit er⸗ füllt, wodurch dieſe Handlung ihm zu einem wahren Ver⸗ gnügen wurde. Während dieſer zwei Tage verließ ich ihn nicht. Es fand ſich ein ſchöner Wachholderbaum in ge⸗ ringer Entfernung, und im Schatten ſitzend, las ich oder ſtickte ich, während mein Sohn arbeitete, und mit welchem