Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 2. Abtheilung, Der Neid oder Frederik Bastien : 1. bis 3. Bändchen (1847) Les sept péchés capitaux
Entstehung
Einzelbild herunterladen

19

Gewiß, und es iſt der Fehler des Federballs .. der mir gerade auf die Naſe gefallen..

Frederik. .. nun fängſt Du wieder an... und das iſt ſchlimm.

Nein. .. Du ſtirbſt vor Luſt, zu lachen . ich ſehe es wohl . ..

Und Beide überließen ſich wieder jenem albernen Gelächter, das ebenſo einfältig, ebenſo unwillkührlich, als koſtlich ſchmerzhaft iſt.

Gleichviel, ſagte Madame Baſtien, die ſich zuerſt von dieſer neuen Kriſe der Heiterkeit freimachte,ſiehſt Du, Frederik, was mich über das Alberne unſeres Ge⸗ lächters tröſtet, iſt, daß ſicherlich nur Leute, welche ſo glücklich ſind, wie wir, ſolche Anfälle toller Freude kennen.

Ah! Mutter, Du haſt Recht, ſagte Frederik, indem er ſeinen Kopf auf die Schulter ſeiner Mutter legte und ſich gleichſam mit einer Bewegung reizender Trägheit dar⸗ auf wiegte,wir find ſo glücklich! Siehſt Du, zum Beiſpiel in dieſem Augenblick, an dieſem ſchönen Sommer⸗ abend, unter dieſem friſchen Schatten hier ſein, bei Dir, meinen Kopf auf Deine Schulter geſtützt, und die Augen halb geſchloſſen .. dort wie durch einen goldenen Schleier, den ihm die Sonnenſtrahlen bilden, unſer Häuschen ſehen, während der Waſſerfall ſein Gemurmel hören läßt, ſo mit einem Blick dieſe theure kleine Welt umfaſſen, aus der wir nie weggekommen ſind, oh! das iſt ſo gut, das iſt ſo ſüß, daß man hundert Jahre ſo bleiben möchte.

Und mit einer neuen Bewegung ſchien ſich Frederik wirklich auf der Schulter ſeiner Mutter für eine Ewig⸗ keit in dieſes Behagen wiegen zu wollen.

Die junge Frau hütete ſich wohl, Frederik zu ſtören, ſie neigte nur ihren Kopf ein wenig auf die Seite, um mit ihrer Wange die Wange des Jünglings zu berühren, nahm eine von ſeinen Händen in die ihrige und erwiederte:

Es iſt wahr, dieſer Winkel der Erde iſt ſtets für mich ein Paradies geweſen, und außer den dreiunddreißig

Tagen Deiner Krankheit würden wir uns, glaube ich, ver⸗