Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 1. Abtheilung, Die Hoffart oder Die Königin : 8. bis 11. Bändchen (1847) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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Worten, ſo naiv wie die Wahrheit, welche aus dem Munde eines Kindes hervorgeht, liegt eine ganze Offenbarung . . . Ja, Sie ſprechen wahr, Erneſtine, die Erbſchaftiſt eine große Unbilligkeit. . . wenn Sie die Entſittlichung und die Laſter eines müßigen Lebens fortpflanzt .. . ja, die Erbſchaft iſt eine Geißel, wenn ſie die fluchwürdigen Leidenſchaften erregt und aufſtachelt, deren Opfer Sie beinahe geworden wären, mein armes Kind! ja, die Erbſchaft iſt eine Ruchloſigkeit, wenn ſie in ſelbſtſüchtigen Händen unermeßliche Reichthümer zuſammen⸗ häuft, welche Tauſenden von Familien die Mittel des Un⸗ terhalts und der Arbeit hätten geben können . . . vie Erbſchaft kann ſich aber auch bis zum Prieſterthum adeln, wenn der Erbe mit Eifer die heiligen, unverjährba⸗ ren Pflichten übt, welche die Menſchheit dem⸗ jenigen, der beſitzt, gegen diejenigen, welche nichts beſitzen, auferlegt; ja, die Erbſchaſt, wird ein Prieſterthum, wenn der Inhaber von ungeheuren Mit⸗ teln der Thätigkeit ſein ganzes Leben dem weiht, daß er ſie zur ſittlichen und materiellen Verbeſſerung aller derer anwendet, welche die Geſellſchaft zu Gunſten einiger Be⸗ vorzugter enterbt; und nun, fuhr der Buckelige mit tiefer Rührung fort, indem er die Hand von Herminie und von Olivier nahm,ſagen Sie, meine Kinder, ſehen Sie eine Demüthigung, eine Schmach darin, daß Sie, geſtern arm, nach den Grundſätzen menſchlicher Verbrü⸗

derung reich werden? Werden Sie vor der heiligen und

oft ſchwierigen Aufgabe zurückweichen, die man jeden Tag mit der erleuchtetſten Aufopferung erfüllen muß, wenn man ſich die ungeheure Ungleichheit will vergeben laſſen, welche Erneſtine in ihrer edlen Unſchuld mit den Worten charak⸗ teriſirte:

Warum mir Alles, und den Andern nichts?

Ah! mein Herr, rief Olivier voll Begeiſterung, warum iſt das Vermogen von Fräulein von Beaumesnil nicht noch ungeheurer?