231
ſehen . . . denn ich bin entſchloſſen, Olivier und ſeine Frau nicht zu verlaſſen.“
„Und ich bin entſchloſſen, mit meinen Kindern Gerald und Herminie zu leben, und da unſere zwei Töchter ſich wie Schweſtern lieben.
„So werden ſie ſi ſich auch nicht trennen,“ ſagte der Commandant, „und dann.
„Dann leben wir in Familie,“ fügte der Buckelige bei.
„Bören Sie, Herr Marquis,“ rief der Veteran, „wäre ich ein Frommer, der Teufel ſoll mich holen! wenn ich nicht ſagen würde, es ſei dies das Paradies, was mir der gute Gott für meine alten Toge ſichere.“
„Ah! Herr Bernard, alle ehrliche Leute haben die⸗ ſelbe Religion, die des Herzens und der Ehre; das iſt die wahre, das iſt die gute. Doch beeilen wir uns, dieſe zwei armen Kinder ſterben vor Ungeduld, ihren Vertrag eben⸗ falls zu unterzeichnen . . .“
„Das iſt wahr,“ ſagte der Commandant; dann ſich an Erneſtine wendend:
„Auf, mein Fräulein, ſchreiben Sie geſchwinde unten an dieſes Stück Papier den Namen, der mir das Recht verleihen wird, Sie meine Tochter zu nennen .. . obgleich ich Ihnen das Leben verdanke,“ fügte heiter der alte See⸗ mann bei, „denn unter uns Beiden iſt es immer die ver⸗ kehrte Welt ... es ſind die Toͤchter, die den Vätern das Leben geben.“
Erneſtine nahm die Feder aus den Händen des No⸗ tars mit einer unbeſchreiblichen Angſt, welche aus ver⸗ ſchiedenen Beweggründen alle Mitglieder dieſer Scene, mit Ausnahme von Slvier und dem Commandanten Bernard, theilten.
Erneſtine unterzeichnete den Vertrag: 5
„Erneſtine Vert⸗Puits von Beaumesnil.“ Dann bot ſie mit zitternder Hand die Feder Olivier.


