Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 1. Abtheilung, Die Hoffart oder Die Königin : 8. bis 11. Bändchen (1847) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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Mein Fräulein, ich müßte noch würdiger ſein, Herrn von Senneterre das einzige Familienglück zu bieten, das ihm fehlt, ſprach Herminie.

Und indeß die zwei Mädchen, liebevolle Worte aus⸗ tauſchend, dieſe kleine Scene verlängerten, während welcher Herminie eine Probe von vollkommenem Takt, von aus⸗ gezeichneten Manieren und einer anmuthreichen, beſchei⸗ denen Würde ablegte, ſagte der Buckelige, immer mehr von ſeiner Adoptivtochter entzückt, leiſe zu Frau von Senne⸗ terre, indem er mit einem Blick die junge Künſtlerin be⸗ zeichnete:

Nun! ſprechen Sie offenherzig, kann man ſich unter allen Umſtänden beſſer benehmen?

Das iſt unerhoͤrt. ſie hat den beſten und vor⸗ nehmſten Anſtand der Welt, mit einer wahrhaft bewun⸗ derungswürdigen Maßhaltung; was ſoll ich Ihnen ſagen, Marquis, fügte naiv und gewiſſenhaft Frau von Senne⸗ terre bei,ſie iſt eine geborene Herzogin.

Und was denken Sie von dem Bräutigam von Fräulein von Beaumesnil . . . vem vertrauten Freund und Waffengefährten von Gerald?

Sie ſtellen mich auf eine harte Probe, Marquie, antwortete Frau von Senneterre, einen Seufzer unter⸗

drückend;doch ich bin genöthigt, zuzugeben, daß er ein reizender Mann von äußerſt anſtändiger Tournure iſt; es findet beinahe kein Unterſchied zwiſchen dieſem Herrn und einem Mann unſerer Geſellſchaft ſtatt. .. Wiſſen Sie, daß es unglaublich iſt, wie ſich dieſe Claſſen abhobeln, entſchmutzen! Ah! Marquis! Marquis! ich weiß nicht, wohin es mit uns kommen wird.

Es wird dahin kommen, daß wir die Verträge un⸗ terzeichnen, meine liebe Herzogin, doch ich bitte Sie, fügte er ganz leiſe zu Frau von Senneterre ſprechend, bei,nicht ein Wort, das den Freund von Gerald ahnen laſſen könnte, dieſes arme kleine Mädchen im Wollenmoußſelinekleid ſei Fräulein von Beaumesnil.

Seien Sie ruhig, Margquis, obgleich mir dies unbe⸗