Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 1. Abtheilung, Die Hoffart oder Die Königin : 8. bis 11. Bändchen (1847) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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es möglich, mein Herr? Oh! nein, nein, eine ſolche Schwärze des Gemüths! Und dann, wenn Sie ihn ge⸗ ſehen hätten, die Thränen ſind ihm in die Augen getreten, als er von dem grauſamen Kummer ſprach, den ihm der Tod ſeiner Mutter bereitete.“

„Der Tod ſeiner Mutter!“ verſetzte der Marquis, „Sie wiſſen alſo nicht . . .“

Dann ſich umwendend, fügte er bei:

„Hier kommt er . . . Ah! der Himmel ſchickt ihn mir . . . Hören Sie und urtheilen Sie, liebes, theures Kind! .. Ah! Ihr Herz hat keine Ahnung von den abſcheulichen Kunſtgriffen, welche die Habgier in ſolchen Seelen zur Reife bringt.“

Dann die Stimme ſo erhebend, daß er von allen Perſonen in ſeiner Nachbarſchaft gehört werden mußte, rief der Buckelige Herrn von Marreuſe, der gerade durch den Salon ging, um Fräulein von Beaumesnil zu beobach⸗ ten, zu:

„Herr von Macreuſe, ich bitte, auf ein Wort!“

Der Schützling des Abbé Ledour zögerte einen Augen⸗ blick, dieſem Ruf zu entſprechen denn er haßte und fürch⸗ tete inſtinctartig den Marquis; da er aber ſah, daß er der Gegenſtand aller Blicke war, da er ſich zugleich durch den Erfolg ſeiner Liſt bei Erneſtine ermuthigt fühlte, erhob er den Kopf mit Sicherheit, näherte ſich Herrn von Maille⸗ fort und fragte kalt:

„Sie haben mir die Ehre erwieſen, mir zu rufen, Herr Marquis?“

„Ich habe Ihnen dieſe Ehre erwieſen,“ antwortete der Buckelige mit ſeiner hohniſchen Miene, während er ſitzen blieb und nachläßig ſein rechtes Bein ſchaukelte, das er über ſeinem linken Knie gekreuzt hielt, „und Sie ſind doch durchaus nicht artig gegen mich, — was ſage

ich? gegen uns Alle, die wir hier find und die Ehre haben,

zu Ihrer Geſellſchaft zu gehören.“

Bei dieſen Worten gruppirten ſich mehrere Perſonen