Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 1. Abtheilung, Die Hoffart oder Die Königin : 8. bis 11. Bändchen (1847) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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Gemüth, öffnete mir die Augen; ich ſah, daß ich auf einem ſchlechten, meiner und derer, die mich liebten, unwürdigen Weg war; nur wurde verabredet, daß ich mich, um meine Mutter einiger Maßen in ihren Wiünſchen zufrieden zu ſtellen, mit dieſer reichen Erbin zuſammenfinden ſollte, und daß ich, wenn ich ſie ſehen, wenn ich ſie kennen lernen würde, wenn ich ſie envlich lieben würde, wie ich ein Mädchen ohne Namen und ohne Vermögen geliebt hätte, es meinerſeits verſuchen könnte, mich von ihr auszeichnen zu laſſen.

Nun, mein Herr, haben Sie dieſe Erbin geſehen?

Ja, mein Fräulein, doch es war dann zu ſpät.

Zu ſpät?

Eine ebenſo plötzlich entſtandene, als ehrenhafte und aufrichtige Zuneigung für eine Perſon, die dieſelbe verdiente, in jeder Hinſicht verdient, erlaubte mir nicht mehr, diejenige, welche ich nach dem ſehnlichſten Wunſche meiner Mutter heirathen ſoll, nach ihrem wahren Werthe zu ſchätzen.

Bei dieſem Geſtändniß voll Redlichkeit und Zartge⸗ fühl, denn es ſchonte die Eitelkeit von Fräulein von Beau⸗ mesnil, konnte Erneſtine eine Bewegung tiefer Freude nicht mehr zurückdrängen. .

Gerald liebte Herminie, wie ſie geliebt zu ſein wür⸗ dig war, und er gab einen neuen Beweis von der Erha⸗ S ſeines Charakters durch ſein Benehmen gegen Er⸗ neſtine.

Das freudige Beben der Waiſe war der aufmerkſa⸗ men und eigennützigen Beobachtung von Frau von la Rochaigue nicht entgangen; ſie ſagte leiſe zu der Herzo⸗ gin von Senneterre:

Das geht immer beſſer, ſchauen Sie doch Fräulein von Beaumesnil an, wie ihre Augen glänzen, wie belebt, wie entzückt ihr Geſicht ausfieht.

Wahrhaftig, ſprach die Herzogin, ein wenig vor⸗ rückend, um Erneſtine anzuſchauen,die arme Kleine wird beinahe hübſch, während ſie Gerald zuhört.