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aus. Gerald wollte Herminie nicht hintergehen; ohne Zweifel würde er ihr, Erneſtine, mittheilen, warum er noch ſich um ihre Hand zu bewerben ſchien.
„Mein Fräulein,“ ſagte Gerald, „wiſſen Sie, wie man eine Erbin heirathet?“
Und als ihn Fräulein von Beaumesnil erſtaunt an⸗ ſchaute, fuhr Gerald fort:
„Ich will es Ihnen mittheilen, mein Fräulein, und möchte Sie dieſe Lehre vor vlelen Fallen bewahren .. Eine Mutter . . meine Mutter, zum Beiſpiel . . . die beſte, die würdigſte Frau, erfährt, die reichſte Erbin Frankreichs ſei zu heirathen . . . Geblendet durch die Vortheile, die mir eine ſolche Heirath bringen kann, bekümmert ſich meine Mutter weder um den Charakter, noch um die Perſon dieſer Erbin . . . Sie hat ſie nie geſehen, denn die reiche Erbin iſt noch im Ausland Gleichviel, es handelt ſich darum, mir, wo möglich
ein ungeheures Vermögen zu ſichern und zu dieſem
Ende ſind alle Mittel gut . . . Einer Verirrung mütter⸗ licher Liebe nachgebend, läuft meine Mutter zu der Vor⸗ münderin der Waiſe; dort wird verabredet, daß die Erbin, ein armes Kind von ſechzehn Jahren, ſchwach, wehrlos, unbekannt mit den Intriguen der Welt, bei ihrer Ankunft ſo von Einflüſſen umgeben und beherrſcht werden ſoll, daß ihre Wahl nothwendig auf mich fallen müſſe. Dieſer abſcheuliche Handel wird abgeſchloſſen, Alles iſt verabredet, mein Fräulein, Alles bis auf die Art, wie ich ihr zu fäl⸗ lig vorgeſtellt werden ſoll . . . Alles . . . bis auf die mehr oder minder vortheilhafte Kleidung, die ich an dieſem Tag tragen ſoll . . . Das iſt kindiſch, aber zugleich trau⸗ rig. .. Alles iſt abgeſchloſſen . . . und ich bin von nichts unterrichtet . . . Und die Erbin, welche noch hun⸗ dert Meilen von Paris entfernt iſt, kennt mich ebenſo wenig, als ich ſie kenne! . . . Endlich kommt ſie an . . Da theilt mir meine Mutter ihre Pläne mit . . . ſie zweifelt nicht, ich werde mit Freuden der unerwarteten Chance, die ſich mir bietet, nachlaufen . . . Doch ich


