Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 1. Abtheilung, Die Hoffart oder Die Königin : 8. bis 11. Bändchen (1847) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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war und iſt immer noch furchtbar leidend . es bedurfte für ihn auch eines übermenſchlichen Muthes, um auf dieſen Ball zu kommen doch er hofſte die Ehre zu haben, Sie hier zu treffen, mein Fräulein, und eine ſolche Hoff⸗ nung bewirkt Wunder.

Aber, Madame, wozu nützt es, mich zu engagiren, wenn Herr von Senneterre nicht tanzt?

Das iſt ein Geheimniß, das er Ihnen ſagen will, wenn die Menge der ehrgeizigen Tänzer, die Sie mit Auffor⸗ derungen überfallen werden, verlauſen ſein wird. Wollen Sie ſich nur gefälligſt erinnern, daß der erſte Contretanz meinem Sohn gehört, wenn Sie überhaupt ihm dieſe Gunſt zu bewilligen die Güte haben.

Mit dem groͤßten Vergnügen, Madame.

Bewahren Sie mir einen Platz neben Ihnen, meine Liebe, ſagte die Herzogin zu Frau von la Rochaigue, weggehend,ich will Gerald in Kenntniß ſetzen.

In Erwartung von Herrn von Senneterre, dachte Fräulein von Beaumesnil mit der unſchuldsvollen Zufrie⸗ denheit eines redlichen Herzens, Herr von Macreuſe habe ſie in ihren Befürchtungen getäuſcht; je mehr ſie es ſich überlegte, deſto mehr geſiel ihr das Benehmen des jungen Mannes, gerade wegen ſeiner Härte; ſie ſtellte dieſe ſtrenge Offenherzigkeit beinahe auf das Niveau des Gefühls, das ſie bei Olivier errathen zu haben glaubte, als dieſer, da er unvermuthet erfuhr, er ſei zum Officier ernannt wor⸗ den, auf Erneſtine einen Blick warf, deſſen edelmüthige Bedeutung ſie begriff.

Das find alſo zwei edle und ſchöne Seelen, dachte ſie bei ſich ſelbſt.

Doch bald wurde Fräulein von Beaumesnil dieſen tröſtlichen und ſüßen Gedanken entzogen: kaum ſaß ſie, als ſie wirklich, wie es Frau von Senneterre geſagt hatte, mitz Aufforderungen überfallen wurde; entſchloſſen, viel zu beobachten und zu horchen, nahm Fräulein von Beaumes⸗ nil alle an und unter anderen auch die von Herrn von Mornand, welcher nach der Gerald gemachten Zuſage kam.