Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 1. Abtheilung, Die Hoffart oder Die Königin : 8. bis 11. Bändchen (1847) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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Erſtaunens! Ich trieb die Schmeichelei, die Feigheit, die Gemeinheit auf den höchſten Grad . und Sie blieben ruhig, ſiets ſcherzhaft, Sie billigten meine Worte, ſtatt die Verachtung über mich zu verhängen, die ich verdiente. . . Nun! es iſt geſchehen . Verzeihen Sie die Strenge einer Sprache, an die Sie wenig gewohnt ſind, mein Fräulein, doch wiſſen Sie, ich werde mein Leben nur einer Frau weihen, die in jever Hinſicht meiner Liebe und mei⸗ ner Ehrfurcht würdig iſt.

Und mit einer ſtrengen, aber tief betrübten Miene verbeugte ſich Herr von Macreuſe vor Erneſtine und ver⸗ ließ das erſtaunte Mädchen.

Ah! .. Gvott ſei Dank, ich täuſchte mich! dachte das arme Kind voll Glück,ſo viel Heuchelei, ſo viel Falſchheit, ſo viel Gemeinheit waren nicht möglich! .. Herr von Macreuſe war empört von dem Anſchein, den ich mir gegeben hatte, und ich ſehe, es iſt eine aufrichtige,

erhabene Seele.

Die Betrachtungen dieſes naiven Geſchöpfes, das an Liſt mit dem Gründer des Werkes vom heiligen Po⸗ lykarp nicht wetteifern konnte, wurden durch die Damen von la Rochaigue und Senneterre unterbrochen; da dieſe Fräulein von Beaumesnil mit Herrn von Macreuſe in die Gallerie eintreten ſahen, folgten ſie ihr raſch, im Glauben, das Mädchen wolle Eis am Buffet nehmen; als ſie aber die zwei Frauen allein fanden, fragte Frau von la Ro⸗ chaigue: 5Nun! meine liebe Schöne, was machen Sie denn da?

Ich wollte ein wenig hier athmen, Madame, es iſt ſo heiß im Salon!

Aber, meine liebe Schöne, vieſe Gallerie iſt zu kühl. Sie laufen Gefahr, den Schnupfen zu bekommen. Es iſt beſſer, wenn Sie in den Salon zurückkehren.

Wie es Ihnen beliebt, Madame, erwiederte Fräu⸗ lein von Beaumesnil, und begleitete dann die Damen von Senneterre und la Rochaigue in den Ballſaal.