Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 1. Abtheilung, Die Hoffart oder Die Königin : 8. bis 11. Bändchen (1847) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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hätte ich auch dieſem naiven Mädchen von ſechzehn Jah⸗ ren mißtrauen ſollen! . . . Aber, ſprach der geliebte Schüler des Abbé Ledoux, plötzlich von einem Gedanken berührt, zu ſich ſelbſt,wenn ſie ſo ſchlimme Neigungen geheuchelt hat, ſo müſſen alſo ihre wirklichen Neigungen gut und edel ſein? Wollte ſie mich auf die Probe ſtellen, ſo hat ſie alſo Abſichten auf mich . MNoch habe ich nicht zu verzweifeln, und ich muß nur einen großen Schlag thun.

Dieſe Betrachtungen des frommen jungen Mannes dauerten kaum einen Augenblick; doch der Augenblick ge⸗ nii ihm, um ſich auf eine neue Umwandlung vorzube⸗ reiten.

Dieſer Augenblick hatte auch für Fräulein von Beau⸗ mesnil genügt, um ihre peinlichen Gefühle zu beſchwich⸗ tigen und wieder Muth zu faſſen, damit ſie ihre Prüfung, den Macreuſe mit Schmach und Verachtung bedeckend, beendigen könnte.

Wahrhaftig, mein Herr, Sie würden mir Ihre Tugen⸗ den zum Opfer bringen? ſagte Erneſtine;man kann nicht liebenswürdiger ſein. . Doch der Contretanz iſt zu Ende ſtatt mich an meinen Plag zurückzuführen, führen Sie mich gefälligſt in jene Blumengallerie, die man durch den Salon ſieht .. das muß reizend ſein. Ich fühle mich zu glücklich, Ihren Befehlen zu ge⸗

horchen, mein Fräulein, um ſo mehr, als ich Ihnen, wenn Sie mir erlauben, einige letzte Worte zu ſagen habe, und dieſe Worte werden ernſter Natur ſein.

Der Ton von Herrn von Macreuſe hatte ſich völlig verändert, er war kurz, feſt, beinahe hart.

Erneſtine ſchaute den frommen jungen Mann beinahe mit Verwunderung an er war wieder traurig ge⸗ worden, wie am Anfang des Contretanzes, doch nicht mehr von einer ſchwermüthigen und rührenden, ſondern von einer ſtrengen, beinahe erzürnten Traurigkeit.

Immer mehr erſtaunt über dieſe Umwandlung, welche Macreuſe während der Gangs vom Salon in die Gallerie