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noch eine Gottheit die Ihrige! .. . Was meine Tugenden betrifft,“ fügte Herr von Macreuſe fein lächelnd bei, „ſo dürfen Sie nicht erſchrecken . . . ich werde die⸗ jenigen behalten, welche Ihnen bequem ſind, und mich überglücklich fühlen, die anderen Ihnen zu Füßen legen zu dürfen.“ 3
„Ah! das iſt ſchändlich,“ ſagte Erneſtine zu ſich ſelbſt. . „um mich zu gewinnen, ſpielte dieſer Menſch den Tugendhaften, den Gottesfürchtigen, den Wohlthätigen, den guten Sohn, und nun verleugnet er ſeine Tugenden, ſeine Mildherzigkeit, ſeine Mutter, ſeinen Gott, um mir noch mehr zu gefallen und zu ſeinem Ziel zu gelangen . . mich um meines Geldes willen zu heirathen. .. und die abſcheulichen Neigungen, die ich heuchle, finden keinen Anſtoß bei ihm, er lobt ſie . . er begeiſtert ſich für dieſelben.“
Wenig an die Verſtellung gewöhnt, konnte Fräulein von Beaumesnil, welche ſich nur mit großer Anſtrengung die Rolle, die ihr Herrn von Macreuſe entlarven helfen ſollte, zu ſpielen gezwungen hatte, ihren Ekel, ihre Ver⸗ achtung nicht verbergen, und dies verrieth ſich wider ihren Willen bei den letzten Worten von Herrn von Macreuſe.
Wie alle die Leute ſeiner Schule, ſtudirte dieſer un⸗ abläßig die Phyſiognomie der Menſchen, die er überzeugen oder betrügen wollte.
Der ſchmerzliche Ausdruck der Züge von Fräulein von Beaumesnil, ihr bitter verächtliches Lächeln, eine Art von ungeduldig bewältigter Entrüſtung, die ſie in dieſem Augenblick kaum verhehlte dies Alles war für Herrn von Macreuſe eine plötzliche Offenbarung.
„Ich bin gefangen,“ dachte er . . „Sie mißtraute mir, ſie wollte mich auf die Probe ſtellen . . . Sie gab ſich den Anſchein, als wäre ſie albern, launenhaft, gottlos, eitel, boshaft. ohne Zweifel, um zu ſehen, ob ich den Muth hätte, ſie zu tadeln . und ob meine Liebe gegen dieſe Entdeckung Stand halten würde . . Ich bin wie ein Dummkopf in's Garn gegangen Wie Teufels


