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und niedergeſchlagenes Geſicht ablegte, „es wird ſtets von Ihnen abhängen, mein Fräulein, die Traurigkeit in Hei⸗ terkeit zu verwandeln; nichts iſt Ihnen unmöglich.“
„Alles hat ſeine Zeit, mein Herr. . . ich erſcheine traurig am Morgen während des Gottesdienſtes, weil die Meſſe durchaus nichts Luſtiges iſt, o nein! und ich gebe mir dann, um Fräulein Helena hinter das Licht zu führen, die Miene einer heiligen Rühr' mich nicht an; doch im Grunde lache und beluſtige ich mich ſehr gern. Ah! ſagen Sie, wie finden Sie meine Toilette?“
„Aeußerſt geſchmackvoll. . ſie contraſtirt durch ihre köſtliche Einfachheit mit dem unbändigen Putz aller dieſer Frauen; im Ganzen muß man dieſelben entſchuldigen, und Sie brauchen nicht darauf eitel zu ſein; jene haben den Putz nöthig, während Sie, mein Fräulein, deſſelben ent⸗ behren können . . Warum das, was vollkommen iſt, ſchmücken?“
„Das iſt es, was ich mir auch geſagt habe,“ erwie⸗ derte Erneſtine mit einer ganz leichten und unverſchämt überzeugten Miene, „ich dachte, mit meinem weißen Kleid⸗ chen dürfe ich ſicher ſein, alle die anderen jungen Per⸗ ſonen zu verdunkeln und ſie vor Aerger raſend zu machen. . Es iſt ſo beluſtigend, den Neid der Andern zu erre⸗ gen, ſie gehörig zu quälen.“
„Sie müſſen an dieſes Vergnügen ſehr gewöhnt ſein, mein Fräulein, und es iſt ganz einfach, daß Ihnen die Eiferſucht Anderer Freude macht, wie Ste ſo eben ſo geiſtreich ſagten.“
„Oh! ich habe nicht gerade viel Geiſt,“ enigegnete Erneſtine mit der übertriebenſten Anmaßung; „aber ich bin ſehr boshaft und kann es nicht leiden, wenn man mir widerſpricht .. Deshalb haſſe ich die alten Leute, die den jungen ſtets Moral predigen. Lieben Sie die alten Leute, mein Herr?“
„Man muß dieſe Mumien reden laſſen, mein Fräu⸗ lein, die wahre Moral iſt das Vergnügen.“
Hier unterbrach die gebieteriſche Rothwendigkeit einer


