Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 1. Abtheilung, Die Hoffart oder Die Königin : 8. bis 11. Bändchen (1847) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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ungemein. ſein Aeußeres iſt angenehm, ſeine Schwer⸗ muth rührend.. und ohne die Offenbarung von Herrn

von Maillefort, der mich mißtrauiſch gegen mich ſelbſt

und gegen Andere machte, hätte ich vielleicht eine Neigung für Herrn von Macreuſe gefühlt.. Verführt durch ſeine ſeltenen und hohen Eigenſchaften... von denen man mir ſo oft ſprach, meiner unbewußt dem Einfluß von Fräulein Helena gehorchend und in die Wahl mich fügend, die

man mir bezeichnete, hätte ich vielleicht Herrn von Ma⸗

creuſe geheirathet, der, wie man ſagte, das Glück meines Lebens ſichern müßte. Wir wollen alſo ſehen, welche Wahl ich getroffen haben würde Ich habe ein untrüg⸗ liches Mittel, um die Wahrheit von der Lüge zu unter⸗ ſcheiden.

Voll Vertrauen durch die Mittheilungen von Helena,

Nx.

hatte ſich Herr von Macreuſe, der die entſcheidende Wich⸗

tigkeit dieſer Unterredung begriff, ſeit langer Zeit vorbe⸗ reitet, ein vorſichtiges Spiel zu ſpielen.

Sobald er den Arm von Erneſtine unter dem ſeinigen

hatte, ſchien der junge Mann plötzlich zu beben, und Fräu⸗

lein Beaumesnil fühlte, wie ein Schauer den Arm ihres

Tänzers durchlief. .

Als ſie an ihrem Platze ſtanden, verſuchte es Herr von Macreuſe zweimal, Fräulein von Beaumesnil anzu⸗ reden; doch es ſchien ihm eine ſo lebhafte, ſo natürliche Gemüthsbewegung zu beherrſchen, vaß er ſehr ſichtbar er⸗

röthete. .. (der Abbé Ledour hatte ſeinen Schützling ein

beinahe unfehlbares Mittel, zu erröthen, gelehrt: dieſes be⸗

ſteht darin, daß man den Kopf einige Secunden lang

ſenkt, und zugleich den Athem hält.)

Die ſehr geſchickt angebrachte Gemüthsbewegung nahm

gerade die erſten Augenblicke des Contretanzes ein, wäh⸗

rend welcher Herr von Macreuſe nur wenige Worte mit

Fräulein von Beaumesnil hätte wechſeln können.

Durch ein Wunder von Kunſt und Takt fand übri⸗

gens der Stifter des Werkes vom heiligen Poly⸗ karp Mittel, nicht nur der Lächerlichkeit zu entgehen, der