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über dieſe Lüge zu erröthen, „denn der Günſtling des Abbé Ledour war nicht der Mann, der ſich mit Baga⸗ tellen beluſtigte.
„Ah! mein Gott!“ rief Frau von Mirecourt, „das iſt alſo ein Dieb?“
„Nein, meine Liebe, er entlehnt nur einen Diamant oder eine goldene Nadel von Ihnen, ohne daß es ihm einfällt, Sie davon in Kenntniß zu ſetzen.“
Herr von Macreuſe, der langſam vorſchreitend mit dem Blick das Spiel der Phyſiognomie der zwei Frauen verfolgt hatte, ahnete ihre ſchlimme Stimmung gegen ihn, kam aber nichtsdeſtoweniger, während ſie noch in ihrem Geſpräch begriffen waren, auf ſie zu, begrüßte die Gebieterin des Hauſes mit ſeinem unſtörbaren Gleich⸗ gewicht und ſagte:
„Madame, ich hätte die Ehre zu haben gewünſcht, mich dieſen Abend bei Ihnen unter den Auſpicien von Frau von Cheverny einzufinden, welche ſich gütigſt meiner annehmen wollte; leider iſt ſie leidend und beauftragt bei Ihnen der Dolmetſcher ihres ganzen Bedauerns zu ſein.“
„Ich bin troſtlos, mein Herr, daß mich dieſe Un⸗ päßlichkeit des Vergnügens beraubt, Frau von Cheverny heute Abend zu ſehen,“ erwiederte Frau von Mirecvurt trocken und noch unter dem Eindruck deſſen, was ihr Frau von Senneterre geſagt hatte.
Doch Macreuſe ließ ſich nicht leicht aus der Faſ⸗ ſung bringen, und ſich vor der Herzogin verbeugend, ſprach er lächelnd:
„Ich habe es weniger zu bedauern, daß mir dieſen Abend das wohlwollende Patronat von Frau von Che⸗ verny nicht zu Theil wird, denn es dürfte mir beinahe geſtattet ſein, auf das Ihrige zu rechnen, Frau Herzogin.“
„Ganz richtig, mein Herr,“ antwortete Frau von Senneterre mit einem Ausdruck bittern Hochmuths, „eben
als Sie eintraten, ſprach ich mit Frau von Mirecvurt


