Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 1. Abtheilung, Die Hoffart oder Die Königin : 8. bis 11. Bändchen (1847) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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Motiv, die Henne mit den goldenen Eiern krähen zu machen. . . Aufgepaßt alſo!

In dem Augenblick, wo ſich der Cyniker in der Menge verlor, erſchien die Herzogin von Senneterre, jedoch allein und das Geſicht verſtört von einem lebhaften Aerger.

Frau von Mirecourt ſtand auf, um Frau von Senne⸗ terre entgegen zu gehen, und mit jener Kunſt, welche die Frauen der Welt in ſo hohem Grade beſitzen, fand ſie Gelegenheit, mitten unter hundert Perſonen und, während ſie das Anſehen hatte, als richtete ſie an die Herzogin nur die alltäglichen Empfangsworte, mit leiſer Stimme folgendes Geſpräch mit ihr zu führen:

Und Gerald?

Man hat ihm dieſen Abend zur Ader gelaſſen.

Ah! mein Gott! was fehlt ihm denn?

Er befindet ſich ſeit geſtern in einem gräßlichen Zuſtand.

Und Sie haben mich nicht davon in Kenntniß ge⸗ ſetzt, Herzogin!

Bis zum letzten Augenblick hatte er mir zu kommen verſprochen, obgleich er ungemein litt.

Das iſt zum Verzweifeln . . . Fräulein von Beau⸗ mesnil kann jeden Augenblick erſcheinen . . . und Sie hätten ſie ſogleich bei ihrem Eintritt beiſeit genommen.

Allerdings. . ich bin auch wie auf der Folter, und das iſt noch nicht Alles ..

Was denn noch, liebe Herzogin?

Ich weiß nicht, warum . . aber es ſind mir Zwei⸗ fel über die Abſichten meines Sohnes gekommen.

Welche Idee!

Er führt ſeit einiger Zeit ein ſo ſonderbares Le⸗ Aber dann hätte er Ihnen nicht noch heute und obgleich leidend verſprochen, hierherzukommen, um ſich mit Fräulein von Beaumesnil zuſammenzufinden.

Ganz gewiß . und anderſeits beruhigt es mich, daß Herr von Maillefort, deſſen unerträglichen Scharf⸗

Die fieben Todſünden. M. 2 5