Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 1. Abtheilung, Die Hoffart oder Die Königin : 8. bis 11. Bändchen (1847) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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wartete Frau von Mirecourt voll Ungeduld die Ankunft der Herzogin von Senneterre: dieſe ſollte von Gerald be⸗ gleitet werden und hatte frühzeitig zu kommen verſprochen; doch ſie kam nicht.

Eine große Anzahl von Menſchen belagerte von der Neugierde angelockt, wider die Gewohnheit, dieſen erſten Salon, um vor den Andern Fräulein von Beaumesnil zu erſchauen, deren Name in Aller Mund kreiſte.

Unter den heirathsfähigen jungen Leuten waren wenige, welche nicht eine ängſtlichere Sorgfalt als gewöhnlich auf ihre Toilette verwendet hatten, nicht als hätten fie ſich unmittelbar und zugeſtandner Maßen um die Hand von Fräulein von Beaumesnil beworben; doch wer weiß .. die Erbinnen ſind ſo ſeltſam! und wer kann die Folgen eines Geſpräches, eines Contretanzes, eines erſten und plotzlichen Eindrucks vorherſehen?

Jeder erinnerte ſich auch, indem er einen letzten und wohlgefälligen Blick in ſeinen Spiegel warf, aller mög⸗ licher unglaublicher Abenteuer, bei denen ſich wohlbe⸗ güterte Mädchen in einen Unbekannten verliebten, den ſie gegen den Wunſch ihrer Familie heiratheten; denn alle

dieſe würdigen Junggeſellen hatten mit ihrer ſtrengen Tugend nur einen Gedanken; das Heirathen.

und ſie treiben den Skrupel, die Redlichkeit ſo weit, ſie liebten die Heirath ſo ſehr der Heirath wegen, daß die Braut in ihren Augen kaum noch mehr als eine Beigabe war.

Jeder Junggeſelle war daher auf Mittel bedacht ge⸗ weſen, ſeinen Werth ins Licht zu ſetzen:

Die Schönen, um ſich noch ſchöner, noch erobern⸗ der zu machen; die von einem weniger angenehmen oder häßlichen Aeußern, indem ſie ſich die geiſtreiche oder die ſchwermüthige Miene beilegten.

Alle endlich ſagten ſich, wie man es thut, wenn man ſich in der verlockenden Falle jener deutſchen Lotterien, welche Gewinnſte von mehreren Millionen bieten, hat

fangen laſſen