Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 1. Abtheilung, Die Hoffart oder Die Königin : 2. Band (1847) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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den ſie verborgen halten wollte, drang der Marquis aus Discretion nicht weiter in ſie und ſprach:

Es wird alſo ohne Zweifel, wie Sie mir ſagen, mein liebes Kind, dieſe Erſchütterung des Gemüths eine Veränderung in Ihren Zügen hervorgebracht haben; zum Glück iſt die Gefahr vorüber; doch hören Sie, ich muß Ihnen geſtehen, mein Beſuch iſt intereſſirt, ſehr intereſſirt.

Möchten Sie wahr ſprechen, mein Herr.

Ich werde es Ihnen beweiſen... Sie wiſſen, mein liebes Kind, daß ich es mir zu einem Ehrenſkrupel ge⸗ macht habe, den ernſten Beweggrund, der mich zum erſten Mal hierherführte, weiter bei Ihnen zu verfolgen.

Ja, mein Herr . . und ich wußte Ihnen Dank, daß Sie nicht auf einen für mich ſo peinlichen Gegen⸗ ſtand zurückgekommen ſind.

Ich muß indeſſen mit Ihnen, wenn nicht von Frau von Beaumesnil, doch wenigſtens von ihrer Tochter reden, ſagte der Marquis, indem er einen aufmerkſamen durch⸗ dringenden Blick auf Herminie heftete, um zu enidecken (obſchon er des Gegentheils beinahe ſicher war), ob das Mädchen wüßte, ihre neue Freundin ſei Fräulein von Beaumesnil; doch er behielt nicht den geringſten Zweifel über die Unwiſſenheit von Herminie in dieſer Hinſicht, denn ſie antwortete ohne alle Verlegenheit:

Sie wollen über die Tochter von Frau von Beau⸗

mesnil mit mir reden?

Ja, mein liebes Kind... Ich habe Ihnen die er⸗ gebene Freundſchaft, die mich mit Frau von Beaumesnil verband, ſo wie ihre letzten Aufträge in Beziehung auf eine Waiſe, die mir troß aller Nachforſchungen bis jetzt unbekannt, unfindbar geblieben iſt, nicht verborgen; ich habe Ihnen auch die nicht minder theuren Wünſche der Gräfin in Beziehung auf ihre Tochter Erneſtine mitge⸗ theilt. Verſchiedene Gründe, welche, glauben Sie mir, von keiner Bedeutung für Sie find, machen es zu meinem ſehnlichſten Wunſch im Intereſſe von Fräulein von Beau⸗ mesnil, Sie mit dieſer in Verbindung treten zu ſehen.