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„Meine liebe Erneſtine, um dem Mann, den ich er⸗ warte, die kleine Unannehmlichkeit zu erſparen, welche ihm der Ausdruck Ihres Erſtaunens beim Anblick ſeines Ge⸗ brechens verurſachen vürfte, ſage ich Ihnen zum Voraus, daß er buckelig iſt.“ .
Plötzlich erinnerte ſich Fräulein von Beaumesnil, von ihrer Gouvernante gehört zu haben, der Marquis von Maillefort habe ſich die Adreſſe von Herminie geben laſſen, und eine unbeſtimmte Furcht bewog ſie, Herminie mit einer tödtlichen Angſt zu fragen:
„Und wer iſt derjenige, welchen Sie erwarten?“
„Ein vortrefflicher Mann, mit dem ich durch einen ſeltſamen Umſtand bekannt geworden bin, denn er gehört der großen Welt an . Doch ich befürchte, zu lange nicht zu öffnen . . . Entſchuldigen Sie mich, meine liebe Erneſtine.“
Und Herminie verſchwand.
Erneſtine blieb unbeweglich, beſtürzt.
Eine unüberwindliche Ahnung ſagte ihr, Herr von Maillefort würde eintreten, ſie bei Herminie finden, und obgleich Fräulein von Beaumesnil den ſpottiſchen Worten des Marquis den Wunſch und den Willen, die Prüfung zu verſuchen, der ſie ſich bei Madame Herbaut unterwor⸗ fen, zu verdanken hatte, obgleich ſie in einem Umſchlag der Gefühle eine gewiſſe Neigung für ihn empfand, wußte ſie doch nicht, in welchem Grad ſie auf Herrn von Maille⸗ fort rechnen konnte, und ſo machte ſie dieſes Zuſammen⸗ treffen troſtlos.
Erneſtine hatte ſich nicht getäuſcht.
Ihre Freundin kehrte in Begleitung des Marquis zurück.
Zum Glück dachte Herminie jetzt erſt daran, daß die Vorhänge ihres Alkoven offen waren, und ſie beeilte ſich, dieſelben ihrer Gewohnheit keuſchen Empfindlichkeit gemäß zu ſchließen.
So wandte die Herzogin Erneſtine und Herrn von Maillefort einige Secunden lang den Rücken zu und konnte die Gemüthebewegung nicht wahrnehmen, von der


