Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 1. Abtheilung, Die Hoffart oder Die Königin : 2. Band (1847) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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gen, das ihm ſeine erſte Lüge auferlegte, und da er es nicht wagte, mir ſelbſt das Geſtändniß ſeiner Täuſchung abzulegen, ſo beauftragte er hiemit Herrn Olivier.

Ah! ſo hat Ihnen wenigſtens Herr von Senneterre ſelbſt dieſe Offenbarung gemacht?

Ja, und trotz des Schmerzes, den ſie mir verur⸗ ſachte, fand ich darin etwas von der Rechtſchaffenheit, die ich ſo ſehr an ihm liebte.

Seine Rechtſchaffenheit! rief Erneſtine mit bitterem Ton,ſeine Rechtſchaffenheit! . . . und nun verläßt er Sie?

Weit entfernt, mich verlaſſen zu wollen, trägt er mir ſeine Hand an, entgegnete Herminie.

Er! . . Herr von Senneterre? rief Erneſtine mit neuem Erſtaunen.Aber warum ſind Sie dann ſo in Verzweiflung, Herminie?

Warum? fragte die Herzogin,weil eine arme Waiſe, wie ich, eine ſolche Heirath nur um den Preis der härteſten Demüthigungen erkauft.

Herminie konnte nicht fortfahren, denn ſie hörte läuten.

Verzeihen Sie, meine liebe Erneſtine, ſprach ſie, indem ſie ihre Thränen trocknete und ihre Erſchütterung zu überwinden ſuchte,ich weiß, glaube ich, wer die Per⸗ ſon iſt, welche läutet, und kann nicht umhin, ſie zu em⸗ pfangen.

.Dann verlaſſe ich Sie, Herminie, ſprach Erneſtine, während ſie haſtig nach ihrem Shawl und nach ihrem Hut griff,obſchon es mir peinlich iſt, von Ihnen zu gehen, während Sie ſo traurig ſind . . .

Sie wenigſtens, bis dieſe Perſon eingetre⸗ ten iſt.

Oeffnen Sie immerhin, Herminie, indeß ich meinen Hut aufſetze.

Die Herzogin machte einen Schritt nach der Thüre; doch in einem Gefühle voll Zartheit dachte ſie an die Mißſtaltung von Herrn von Maillefort, kehrte zurück und ſagte zu ihrer Freundin: