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Die sieben Todsünden : 1. Abtheilung, Die Hoffart oder Die Königin : 2. Band (1847) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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müßte, meine Zuneigung hätte ein intereſſirtes Ausſehen; das junge Fräulein iſt ſehr reich, und ich bin ſehr arm.

Ah! erwiederte mit bitterem Tone Fräulein von Beaumesnil,Sie haben eine ſchlimme Meinung von dem Mädchen, ohne es nur zu kennen.

Sie täuſchen ſich, Erneſtine; ich zweifle, nach dem, was mir ihre Mutter von ihr geſagt hat, nicht an dem guten Herzen dieſer jungen Perſon .. aber bin ich nicht für ſie eine Fremde? Sodann würde ich es aus mehreren Gründen und beſonders aus Furcht, grauſamen Kummer bei ihr zu erwecken, kaum wagen, mit ihr von den Um⸗ ſtänden, die mich ihrer ſterbenden Mutter genähert, und von der Güte, die dieſe für mich gehabt, zu ſprechen. Müßte ich übrigens nicht ausſehen, als ſuchte ich mich geltend zu machen und einer Zuneigung entgegenzukommen, auf die ich kein Recht habe?

Wie ſehr wünſchte ſich Erneſtine bei dieſem Geſtändniß Glück, Herminie geliebt zu haben, ehe ſie ihr als das be⸗ kannt, was ſie wirklich war! Und dann eine ſeltſame Aehnlichkeit, und dann befürchtete ſie nur eigennützige Zu⸗ neigungen zu treffen, weil ſie die reichſte Erbin Frankreichs war, während Herminie, weil ſie arm, bange hatte, ihre Zuneigung konnte intereſſirt erſcheinen.

Die Herzogin ſchien immer mehr niedergeſchlagen ſeit der letzten Hälfte dieſes Geſprächs; ſie hatte darin eine Zuflucht gegen ihre grauſamen Gedanken zu finden gehofft, und leider ſah ſie ſich wieder zu dieſen zurückge⸗ führt, denn befürchtend, man könnte dem Eigennutz oder der Eitelkeit ihre Liebe für Gerald zuſchreiben, hatte Her⸗ minie aus dem erhabenen Stolz ihrer Armuth den Ent⸗ ſchluß geſchöpft, der beinahe unfehlbar ihre letzten Hoff⸗ nungen zerſtören mußte. Wie ſollten ſie in der That hoffen, die Frau Herzogin von Senneterre würde ſich zu dem von ihr geforderten Schritt herbeilaſſen?

Aber, ach! muthig genug, um ihre Liebe der Würde eben dieſer Liebe zu opfern, fühlte Herminie darum doch