Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 1. Abtheilung, Die Hoffart oder Die Königin : 2. Band (1847) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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Sie offenbarte ein großes Wohlwollen für mich, was ich durch eine ehrfurchtsvolle Anhänglichkeit erwiederte.

Und die Tochter dieſer Dame .. . die Sie ſo ſehr liebte, und die Sie auch ſo ſehr liebten ... haben Sie nie das Verlangen gehabt. . . dieſe zweite Erneſtine kennen zu lernen?

Doch. . denn Alles, was ihre Mutter mir von ihr geſagt hatte, mußte zum Voraus mein Mitgefühl für dieſe junge Perſon erwecken; doch ſie war im Ausland .. Als 6 dann zurückkehrte, hoffte ich einen Augenblick, ſie zu ehen .. . Wie ſo, meine liebe Herminie? fragte Erneſtine, ihre Neugierde verbergend.

Ein beſonderer Umſtand führte mich in die Nähe ihres Vormunds . .. er ſagte mir, ich würde vielleicht ge⸗ rufen werden, um dieſem jungen Fräulein Unterricht auf dem Klavier zu geben.

Erneſtine bebte vor Freude .. Dieſer Gedanke war ihr bis jetzt noch nie gekommen; doch da fie in den Augen von Herminie einen Grund für ihre Neugierde haben wollte, ſo ſagte ſie lächelnd:

Sie wiſſen nicht, warum ich ſo viele Fragen über dieſes Fräulein an Sie richte? Mir ſcheint, ich wäre eiferſüchtig auf die andere Erneſtine, wenn Sie dieſelbe mehr als mich lieben würden.

Oh! ſeien Sie unbeſorgt, erwiederte Herminis, ſchwermüthig den Kopf ſchüttelnd.

Und warum ſollten Sie ſie nicht lieben? entgegnete lebhaft Fräulein von Beaumesnil, die dieſen unwillkühr⸗ lichen Ausdruck der Unruhe ſogleich wieder bereute und

beifügte:Ich bin nicht ſelbſtſüchtig genug, um das Fräu⸗

lein Ihrer Zuneigung berauben zu wollen.

Das, was ich von dem Fräulein weiß, die Erinne⸗ rung an die Güte ſeiner Mutter, würde ihm ſtets meine mitfühlende Theilnahme ſichern; doch leider, meine arme

Erneſline, iſt mein Stolz ſo groß, daß ich ſtets befürchten