Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 1. Abtheilung, Die Hoffart oder Die Königin : 2. Band (1847) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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ſe und das heißt auf eine wohlfeile Weiſe muthig ein.

Dann mit entzückten Blicken umherſchauend, fuhr das Mädchen fort:

Sie hatten Recht, wenn Sie mir ſagten, Ihr Zim⸗ merchen ſei nievlich, Herminie! Wie das friſch und zier⸗ lich iſt! und vieſe hübſchen Stiche . . und dieſe an⸗ muthigen Statuetten. . . und dieſe Vaſen voll von Blumen; mir ſcheint, das ſind von den einfachen Dingen, welche Jedermann haben könnte und Niemand hat, weil ſie der Geſchmack allein zu wählen weiß; . . . und dann, wenn man bedenkt, fügte vas Mädchen mit zurückgehaltener Rührung bei,wenn man bedenkt, daß Sie ſich nur mit Ihrer Arbeit allein alle dieſe reizenden Sachen erwerben konnten. Wie ſtolz und glücklich müſſen Sie ſein! wie müſſen Sie ſich hier gefallen!

Ja, erwiederte traurig die Herzogin,ich habe mir lange Zeit hier gefallen .

Und nun gefallen Sie ſich nicht mehr? Oh! das wäre Undank . .

Nein! das arme kieine Zimmer iſt mir immer noch theuer, ſagte lebhaft Herminie, denn ſie bedachte, daß ſie in dieſem Zimmer Gerald zum erſten Mal . . und viel⸗ leicht zum letzten Mal geſehen hatte ..

Erneſtine wußte nicht, wie ſie einen Uebergang finden ſollte, der ihr das Geſpräch, ohne den Verdacht von Her⸗ minie zu erregen, auf ihre Mutter zu bringen geſtatten würde;... doch das Klavier, das ſie in dieſem Augen⸗ blick wahrnahm, kam ihr zu Hülfe, und fie rief:

Ah! hier iſt das Klavier, das Sie ſo gut ſpielen ſollen... Welches Vergnügen würde es mir machen, Sie eines Tags zu hören!

Ich bitte, verlangen Sie das heute nicht von mir, Erneſtine bei den erſten Noten würde ich in Thränen iiſeſt . Wenn ich traurig bin, macht mich die Muſik weinen.