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Die sieben Todsünden : 1. Abtheilung, Die Hoffart oder Die Königin : 2. Band (1847) Les sept péchés capitaux
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Die Gegenwart von Fräulein von Beaumesnil bei Herminie iſt ganz einfach zu erklären; als ſich Erneſtine wie gewöhnlich mit Fräulein von la Rochaigue in die Meſſe begab, hieß ſie Madame Lainé mitgehen; nach be⸗ endigtem Gottesdienſt gab ſie vor, ſie habe einige Ein⸗ käufe zu machen, und ging ſo allein mit ihrer Gouvernante weg; ein Fiaere führte ſie bis in die Nähe der Rue de Monceau, und Madame Lainé erwartete im Wagen die Rückkehr ihrer jungen Gebieterin.

Obgleich das Stillſchweigen der Herzogin kaum einige Augenblicke gedauert hatte, ſagte doch Erneſtine, als ſie die düſtere, peinliche Stimmung wahrnahm, in die ihre Freundin wieder verſunken war, mit einer Miſchung von Zärtlichkeit und Schüchternheit:

Herminie, ich werde nie unbeſcheiden ſein, doch mir ſcheint, Sie ſind ſeit einigen Augenblicken ſehr traurig?

Es iſt wahr, aniwortete das Mädchen offenherzig ich habe einen großen Kummer.

Arme Herminie! rief Erneſtine,einen großen Kummer?

Ja, und ich werde Ihnen die Urſache vielleicht ſo⸗ gleich geſtehen; doch jetzt iſt mein Herz noch zu ſchmerz⸗ lich ergriffen, zu ſehr gepreßt, möchte es Ihr Einfluß ein wenig erleichtern, Erneſtine .. dann werde ich Ihnen Alles ſagen . .. doch ich weiß nicht ob ich darf..

Warum dieſes Verſchweigen, Herminie, halten Sie mich nicht Ihres Vertrauens würdia?

Das iſt es nicht, armes, liebes Kind; doch Sie ſind noch ſo jung, daß ich mir vielleicht gewiſſe Vertraulich⸗ keiten nicht gegen Sie erlauben darf. . Nun, wir wer⸗ den ſehen; doch denken wir zuerſt an Sie. Sie müſſen auf meinem Bett ausruhen, Sie werden da bequemer ſein, als auf dieſem Stuhl.

Aber, meine liebe Herminie

Ohne dem Mädchen zu antworten, ging die Herzogin auf ihren Alkoven zu und zog die Vorhänge zurück, die

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