Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 1. Abtheilung, Die Hoffart oder Die Königin : 2. Band (1847) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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mal ganz perſönlich mich betrifft? Sie werden mir einen wahren Dienſt leiſten.

Mit Vergnügen, Herr Olivier, antwortete die Her⸗ zogin, obgleich ziemlich erſtaunt über dieſe Bitte.Mor⸗ gen früh erwarte ich Sie.

3ch vanke Ihnen, mein Fräulein, morgen früh alſo, ſagte Olivier.

Und er entfernte ſich mit dem Commandanten Bernard.

Die zwei Mädchen, die zwei Schweſtern, blieben allein.

Zweiundzwanzigſtes Rapitel.

Die letzten Worte, welche Olivier an Herminie rich⸗ tete, hatten den Kummer wieder erweckt, von dem fie ſich mit aller Gewalt bei der unvorhergeſehenen Ankunft von Erneſtine und dem Commandanten frei gemacht hatte.

Erneſtine blieb ihrerſeits einige Augenblicke aus zwei

Gründen ſchweigſam, nachdenkend: ſie war träumeriſch, einmal, weil ſie ſich der ſeltſamen Blicke erinnerte, welche Olivier, als er erfuhr, daß er Officier geworden, auf ſie warf . . . Blicke, deren rührende und edle Bedeutung ſie zu begreifen glaubte; ſodann bereitete ihr der Gedanke, ihre neue Freundin ſei die junge Künſtlerin, die man zu Frau von Beaumesnil während ihrer letzten Augenblicke berufen, ein ſchwermüthiges Glück.

Die Träumerei von Erneſtine vermehrte ſich noch

dadurch, daß ſie ſich verlegen fühlte, wie ſie das Geſpräch auf die rührende Sorge bringen ſollte, welche Mutter von Herminie zu Theil geworden war . . .