Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 1. Abtheilung, Die Hoffart oder Die Königin : 2. Band (1847) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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welche, dem Blick des jungen Mannes begegnend, erröthete, „dieſer Grad iſt von unendlichem Werth für mich, weil. .. weil . . . weil Sie mir mein Avancement verkündigen, mein Oheim.“

Olivier ſagte offenbar den dritten Grund nicht, der ihm ſeinen neuen Grad ſo koſtbar machte.

Erneſtine allein errieth die edlen und geheimen Ge⸗ vanken des jungen Mannes, denn ſie erröthete abermals, und eine Thräne unwillkührlicher Rührung glänzte in ihren Augen.

„Und nun, mein Officier,“ fuhr heiter der alte See⸗ mann fort, „nun, da die Fräulein an dem, was uns intereſ⸗ ſirt, Theil zu nehmen die Güte gehabt haben, wollen wir ihnen danken und nicht länger unbeſcheiden ſein. . . Doch, Fräulein Herminie, vergeſſen Sie Ihre Einladung zum F nicht, Sie ſehen, daß ich ein gutes Gedächtniß

ät „Oh! ſeien Sie unbeſorgt, Herr Bernard, ich werde Ihnen beweiſen, daß ich ein ebenſo gutes Gedächtniß habe, als Sie,“ erwiederte Herminie freundlich.

Während der Commandant Bernard einige letzte Worte der Dankbarkeit und des Abſchieds an Fräulein von Beaumesnil richtete, näherte ſich Olivier Herminie und ſprach mit leiſer Stimme und mit flehendem Tone:

„Fräulein Herminie, es gibt Tage, welche zur Milde

ſtimmen müſſen . .. was ſoll ich Gerald ſagen?“

„Herr Olivier,“ erwiederte Herminie, deren Stirne ſich mit tiefer Traurigkeit überzog, denn das arme Kind hatte einen Augenblick ſeinen Kummer vergeſſen .. Sie wiſſen meinen Entſchluß ..

Olivier kannte die Gharakterfeſtigkeit von Herminie;

er unterdrückte einen Seufzer im Gedanken an Gerald und fügte bei:

„Noch ein Wort, Fräulein Herminie, wollen Sie mir erlauben, daß ich Sie morgen zu einer Ihnen beliebigen Stunde in einer wichtigen Angelegenheit beſuche, die dies⸗