Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 1. Abtheilung, Die Hoffart oder Die Königin : 2. Band (1847) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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nem Geiſte, während er mit ſeiner gewöhnlichen Leichtig⸗ keit die Gemeinplätze der Baronin beantwortete.

Die Aufmerkſamkeit des Buckeligen war ſo ſeit einigen Minuten getheilt, als er, aus dem Augenwinkel ſpähend, He⸗ lena leiſe mit Erneſtine ſprechen und dieſer mit dem Blick Frau von la Rochaigue bezeichnen ſah, als wollte ſie ihr ſagen, man dürfe die Baronin nicht in ihrer Unterhaltung ſtören; bald verließen auch die Waiſe, Helena und der Baron ſachte und in der Stille den Salon.

Frau von la Rochaigue nahm ihre Abweſenheit erſt bei dem Geräuſch wahr, das die Thüre machte, als man ſie wieder ſchloß.

Dieſer Abgang bediente die Baronin nach Wünſchen; die Gegenwart anderer Perſonen wäre läſtig und been⸗ gend bei einer Unterredung mit dem Marquis geweſen, die ihr ſehr dringend dünkte; ſie war zu ſchlau, zu ſehr bewandert in den Dingen der Welt, um nicht, wie ſie es zu dem Baron geſagt hatte, zu ahnen, der Marquis, der nach einer ſo langen Unterbrechung in ihren Verhältniſſen, nun plötzlich wieder in ihr Haus kam, könne dahin nur durch die Gegenwart der Erbin zurückgeführt werden, auf die er nothwendig verborgene Abſichten haben müßte.

Da die Leidenſchaft des Buckeligen für Frau von

Beaumesnil von Niemand errathen, da ſeine letzte Unter⸗ redung mit der ſterbenden Gräfin ebenfalls geheim gehal⸗ ten worden war, ſo konnte Frau von la Rochaigue nicht dhnen, und ahnte auch nicht, welche theilnehmende Sorge der Marquis für Erneſtine hegte. Da ſie nichtsdeſtoweniger die Abſichten des Bucke⸗ ligen ergründen wollte, um ſie zu vereiteln, ſollten ſie den ihrigen entgegentreten, ſo unterbrach Frau von la Rochai⸗ gue ihr unbedeutendes Geplauder, ſobald die Thüre wie⸗ der hinter der Waiſe geſchloſſen war, und fragte den Buckeligen:

Nun! wie finden Sie Fräulein von Beaumesnil?

Ich finde ſie ſehr freigebig ausgeſtattet.