Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 1. Abtheilung, Die Hoffart oder Die Königin : 2. Band (1847) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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von der Waiſe befreit glaubte, verbeugte ſich der Mar⸗ 1 quis abermals und ſetzte ſich zu der Baronin, während Herr von la Rochaigue ſeinen Aerger, langſam den Kaffee ſchlürfend, zu verkleiden ſuchte und Helena und Erneſtine unter dem Vorwand, ſie die Blumen einer Jardiniére be⸗ wundern zu laſſen, einige Schritte wegführte.

Ohne daß er Erneſtine und Helena die geringſte Aufmerkſamkeit zu ſchenken ſchien, verlor ſie der Marquis doch nicht aus dem Blick; er hatte ein ſehr feines Gehör und hofſte einige Worte von der Unterredung der Frömm⸗ lerin mit der Waiſe zu erlauſchen, während er mit Frau von la Rochaigue plauderte, was von Anfang nothwendig ein bedeutungsloſes Geſpräch war, denn jedes von den zwei Redenden verbarg ſorgfältig den Grund ſeiner Ge⸗ danken unter einem leichtfertigen oder alltäglichen Ge⸗ ſchwätze und ſuchte ſeinen Gegner, wie man zu ſagen pflegt, ankommen zu laſſen.

Das leichte, Schwankende einer ſolchen Unterhaltung begünſtigte vortrefflich die Abſichten des Marquis; wäh⸗ rend er mit einem zerſtreuten Ohr auf Frau von la Ro⸗ chaigue hörte, horchte er mit dem andern, und zwar ſehr gierig auf Erneſtine, den Baron und Helena.

Die Frömmlerin und ihr Bruder, welche den Bucke⸗ ligen ganz in ſein Geſpräch mit Frau von la Rochaigue vertieft glaubte, erinnerten die Waiſe im Verlauf ihrer Unterredung an die Zuſage, vie ſie geleiſtet, nämlich:

Helena, ſie am andern Morgen um neun Uhr in den Gottesdienſt zu begleiten;

Dem Baron am zweiten Tage mit ihm die Wunder des Lurembourg anzuſchauen.

Obgleich nichts Außerordentliches in dieſem von Er⸗ neſtine angenommenen Entwurfe lag, dachte doch Herr von Maillefort, der gegen die la Rochaigue ſehr miß⸗ trauiſch war, es dürfte nicht unnütz für ihn ſein, wenn er von allen dieſen, ſcheinbar unbedeutenden, Umſtänden un⸗ terrichtet wäre. Er merkte ſich dieſelben ſorgfältig in ſei⸗