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„Aber, Madame,“ fragte Erneſtine zögernd, „warum empfangen Sie Herrn von Maillefort, wenn er ſo böſe iſt?“
„Ah! meine liebe Schöne .. man iſt in der Welt zu ſo vielen Einräumungen genothigt, beſonders wenn es ſich um Perſonen von der Geburt von Herrn von Maille⸗ fort handelt!“
Und ſich an den Baron wendend:
„Wir können unmöglich länger beim Mittagsbrod verweilen, denn man hat den Kaffee im Salon ſervirt.“
Frau von la Rochaigue ſtand vom Tiſche auf, der Baron bot, ſeinen Aerger verbergend, ſeiner Mündel den Arm und alle traten in den Salon, wo Herr von Maille⸗ fort wartete.
Der Marquis hatte ſich ſeit langer Zeit ſo ſehr da⸗ ran gewöhnt, ſich in Beziehung auf ſeine tiefe und geheime Leidenſchaft für die Gräfin von Beaumesnil, welche Lei⸗ denſchaft von dieſer allein ergründet worden war, zu be⸗ wältigen, daß er beim Anblick von Erneſtine in keiner Hinſicht die Theilnahme verrieth, die ſie ihm einflößte. Nicht ohne Traurigkeit dachte er daran, daß er ſich vor der Waiſe ſo zeigen müſſe, wie er ſtets vor den Andern geweſen war: einſchneidend und ſarkaſtiſch; eine plötzliche Veränderung in ſeinen Manieren, in ſeiner Sprache, hätte bei den la Rochaigue Verdacht erregt und um Erneſtine, ihrer ſelbſt vielleicht noch unbewußt, zu beſchützen, um ſo den letzten Willen der Gräfin zu füllen, durfte er in keiner Hinſicht das Mißtrauen der Perſonen erregen, von denen die Waiſe umgeben war.
Mit großem Scharfſinn ausgerüſtet, bemerkte Herr von Maillefort mit einer grauſamen Beklemmung des Herzens den ungünſtigen Eindruck, den ſein Anblick auf Erneſtine hervorbrachte, denn noch unter dem Einfluß der Verleumdungen, deren Gegeyſtand der Buckelige geweſen war, bebte die Waiſe unwillkührlich und wandte ihre Augen ab, als ſie dieſes ungeſtaltete Weſen erſchaute.
So verſchiedenartig peinlich auch nun die Gefühle des Marquis waren, ſo beſaß er doch die Kraft, ſie zu ver⸗


