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mesnil,“ antwortete eine Stimme, „er bittet um die Gnade, fich ihr zu Füßen legen zu dürfen.“
Erneſtine machte eine Bewegung des Erſtaunens, die Baronin ſagte lächelnd zu ihr:
„Es iſt ein Scherz von Herrn von la Rochaigue: er ſteht vor der Thüre.“
Fräulein von Beaumesnil ſuchte auch zu lächeln und die Baronin rief:
„Treten Sie ein, Oberſthofmeiſter.“
Bei dieſen Worten erſchien der Baron, mehr als je ſeine langen Zähne zeigend, welche nun durch das Lächeln der Zufriedenheit, die ihm ſein Scherz einflößte, völlig ent⸗ blößt waren. Er verbeugte ſich höflich vor Erneſtine, küßte ihr die Hand und ſagte:
„Iſt meine anbetungswürdige Nichte fortwährend mit mir zufrieden? Fehlt nichts bei Ihrem Dienſt? Findet ſie ihr Haus auf einem anſtändigen Fuße? hat ſie keine Unbequemlichkeiten, nichts Unpaſſendes, Ungeeignetes in ihrer Wohnung entdeckt? iſt ſie mit ihren Leuten zufrie⸗ den?“
„Ich beſinde mich vollkommen gut hier, mein Herr, zu gut ſogar,“ antwortete Erneſtine, „denn dieſe prachtvolle Wohnung für mich allein iſt . . .“
„Es iſt nichts zu ſchön, reizende Mündel,“ ſagte der Baron mit entſcheidendem Tone; „es iſt nichts zu koſtbar für die reichſte Erbin von Frankreich.“
„Ich bin beſonders glücklich und gerührt durch den liebevollen Empfang, der mir in Ihrer Familie zu Theil wird, mein Herr,“ erwiederte Erneſtine, „und ich verſichere Sie, daß das Uebrige wenig Bedeutung für mich hat.“
Plötzlich öffneten ſich die beiden Flügel der Thüre des Salon und ein Haushofmeiſter ſprach mit lauter Stimme:
„Mein Fräulein, es iſt aufgetragen.“
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Die ſieben Todſünden. 1I. 2


